Hier kann im Blog gesucht werden

Wird geladen...

Mittwoch, 22. Februar 2012

Die Konsequenzen der EU-Regentschaft in Griechenland

Einführend sei eines ganz klar gesagt: Bislang konnte noch niemand, nicht einmal „die Griechen“ selbst, auch nur ein einziges, logisches und glaubhaftes Argument gegen die Aussage vorbringen, dass der Ursprung der katastrophalen Situation in dem kleinen Mittelmeerstaat sehr viel mit der Miss- und Vetternwirtschaft in sämtlichen Ministerien, sowie mit der unglaublichen Verschwendung öffentlicher Gelder zu tun habe.
Wohin sich Griechenland jedoch derzeit bewegt – genau genommen wird das Volk schlicht und ergreifend zum Absaufen über die Planke seines eigenen Schiffes gejagt – das ist schon lange nicht mehr in der Hand irgendeiner als „griechisch“ zu bezeichnenden Regierung.


Laut einem Eintrag in der Wikipedia gibt es vier Auswanderungsphasen in Griechenland.
Zitat:
"... Migration ist ein beinahe kontinuierlicher Bestandteil der Geschichte der Griechen: Man kann vier Phasen griechischer Auswanderung aus dem Stammland definieren:
  • Die antike Kolonisation des Mittelländischen und Schwarzen Meeres
  • Die Ausbreitung von Griechen im Reich Alexanders des Großen während des Hellenismus
  • Die Verbreitung von Griechen im Territorium des Osmanischen Reiches nach 1453
  • Die Flucht von Gelehrten und Händlern während des Osmanischen Reichs nach Westeuropa
  • Die moderne Auswanderung seit dem 19. Jahrhundert nach Westeuropa und Übersee ..."

Man sollte den Autor des Artikels, der übrigens sehr gut recherchiert ist, vielleicht darauf hinweisen, dass er ihn aktualisieren solle, denn seit dem Herbst 2010 sind die Griechen einmal wieder dabei, zum Arbeiten ins Ausland zu gehen.
 Eigene Recherchen haben ergeben, dass es die Südgriechen mehr in entferntere Länder zu ziehen scheint – u.a. Kanada – während die Nordgriechen als bestes Land um Arbeit zu finden und Aussicht auf ein geregeltes Einkommen zu haben, eindeutig Deutschland den Vorzug geben.

Die privaten Deutschunterrichte in ganz Griechenland erfahren gerade eine regelrechte Blütezeit, jedoch hat jeder Lehrende ein großes Problem zu bewältigen: die Geheimnisse der deutschen Sprache wollen so schnell wie möglich erfahren werden, damit der Termin zum Auswandern innerhalb der kommenden 6 bis 12 Monate festgelegt werden kann, und … es soll möglichst wenig kosten, da viele der Auswanderungsfreudigen über nur noch sehr geringe finanzielle Mittel verfügen.

Es sind viele junge Leute darunter, die keine Chance mehr auf Verbesserung in ihrem Land sehen, und die auch dazu bereit sind, „irgendeine“ Arbeit zu machen, denn „wichtig ist, dass ich überhaupt etwas arbeiten darf“. 
DARF, wohlgemerkt!
Probleme, dass sie nach ihren Universitätsstudien vielleicht eine unqualifizierte Arbeit werden machen müssen, hat keiner der jungen Griechen.
„Ich arbeite auch in einer Cafeteria oder in einem Restaurant“, meinen einige der Studienabgänger des letzten Jahres, die gerade ihr Auswandern nach Deutschland planen und vorbereiten, „hier finde ich nicht mal mehr das, und wenn, dann werden nur 2,50 Euro in der Stunde bezahlt, aber eine Krankenversicherung oder so, die hat man nicht“.

Das stimmt schon nachdenklich, denn wenn man das hochrechnet, dann kommt man bei einem 10-Stunden-Tag auf 25 Euro Lohn. Für mehr als fünf bis sechs Tage in der Woche wird niemand beschäftigt, das macht dann zwischen 500 und 600 Euro Lohn im Monat. Ohne Sozialversicherungen.
Gehen wir mal von einem Schnitt in Höhe von 550 Euro aus, einer Mini-Miete von 100 Euro, dann bleiben noch 450 Euro übrig. Davon sind zwingend Strom und Wasser zu bezahlen, der Rest dürfte sich auf etwa 350 Euro belaufen, wenn man sehr sparsam ist.
Ganz ehrlich: Von 350 Euro im Monat kann man nicht mal leben, wenn weder Auto noch Telefon oder Handy im Haus sind, denn die Lebensmittel in Griechenland sind weit teurer als in Deutschland – und die Preise steigen Woche für Woche.

Es geht hier nicht mehr um die drohende Pleite eines Landes, nein, hier geht es um die persönliche Pleite jedes einzelnen Menschen. Und es geht auch nicht mehr "nur" um die Löhne junger Menschen und Berufseinsteiger - die übrigens um die Hälfte der Arbeitslosen in Hellas ausmachen - sondern um das, was ein Familienvater jeden Monat nach Hause bringt.

Dazu hier ein Bericht des Griechenland-Blog   vom 15.12.2011, der besagt,
Zitat: Griechenland soll zu weiteren 150.000 Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor und der Senkung der Mindestlöhne auf dem privaten Sektor auf 450 Euro schreiten.
Am 09.01.2012 wird berichtet,  
Zitat: Der Regierung in Griechenland wurde das Ultimatum gestellt, die Mindestlöhne auf dem privaten Sektor um jeden Preis und mit jedem Mittel zu senken.
 
UM JEDEN PREIS UND MIT JEDEM MITTEL.

Stellt man das in Zusammenhang mit der o.g. Aufrechnung, dann hat man nicht mal mehr die Kraft, den Kopf zu schütteln, und man kann für den Auswanderungswunsch der MENSCHEN hier sicherlich ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen.

Deshalb wohl haben die Betreiber des Jacob Jung-Blog eine Online-Petition ins Leben gerufen, die hier eingesehen werden kann: Jacob Jung Blog, Online-Petition
Es sollte unbedingt hier der Hintergrundartikel dazu gelesen werden, der möglicherweise dabei unterstützt, die Gedanken soweit zu klären, dass sie von Propaganda-Nachrichten über Griechenland wenigstens ein klein wenig gereinigt werden. Zumindest wäre es möglich, dass die hier angeführten, vielleicht nicht bekannten Informationen, dem Einzelnen helfen, sich eine wirklich eigene Meinung zu der Lage der Kostas-Normalverbraucher in Hellas bilden zu können.

Im Anschluss sind einige Fotos zu sehen, die am 12.10.2011 in einem Supermarkt am Ort gemacht wurden. Auf die Bitte hin, dass Fotos gemacht werden dürften, die in einem Unterrichtsprojekt für den Vergleich deutscher und griechischer Supermärkte benötigt würden, gab der Inhaber bereitwillig seine Genehmigung dafür.
Anmerkung: Die Preise sind zwischenzeitlich erheblich gestiegen, und , um etwaigen  in diese Richtung gegenden Überlegungen vorzugreifen, außer dem Lidl gibt es kaum Discounter, die mit denen Deutschlands in Angebot und Preisen vergleichbar wären. 

Griechische Butter, 250g: 3,22 Euro

Kinderpudding, 4 x 125g: 2,69 Euro

Griech. Fruchtjoghurt, 2 x 170g: 2,34 Euro

Damenbinden, 24 Stck.: 4,82 Euro

Zahncreme, 75ml: 3,14 Euro


Haferflocken, 500g: 1,98 Euro

Rasierklingen, 5 Stck.: 11,69 Euro

Nesquick, 500g: 3,12 Euro

Kinder Paradiso, 4 Stck.: 2,31 Euro
 / Kinder Pinguin, 4 Stck.: 2,21 Euro

 

Kommentare:

  1. Siehst du,so werden Schulden bezahlt mein Kind wofür du überhaupt nicht kannst.Das nennt man den Anfang einer Hyperinflation.Ach was,der Euro ist doch kein Teuro.

    Wer will das dem kleinen Mann in Griechenland in die Schuhe schieben,der für Korruption nie Geld hatte also niemals die Gelegenheit zu sündigen aber der kleine Mann soll das wieder richten.Mit ein bisschen Selbstversorgung geht das schon und dann nie wieder ei Geschäft betreten."Komm se näher.Komm se ran.Hier werden sie beschi...genau wie neben an."

    http://iknews.de/

    M.f.G

    Habnix

    AntwortenLöschen
  2. ausser die damenbinden u. die butter ist alles andere sowieso nur wohlstandsschrott.

    brot, butter,mehl, reis, nudeln etc. wäre wichtiger gewesen zu zeigen um zu vergleichen.

    so dämliche chemie joghurts ess ich nochnichmal wenn ich reich wäre.

    AntwortenLöschen
  3. Leute, zieht endlich mal eure eigenen eliten und politiker zur verantwortung. Die sind in den letzten jahren reich geworden und haben ihre schäflein längst ins trockene gebracht! und ihr habt ihnen geglaubt, dass es jetzt besser wird...ihr habt die krümel vom kuchen bekommen!
    also: erstmal in girechenland hinterfragen, wer warum welche jagdgeschwader und ähnlichen schrott (u-boote, panzer) bestellt hat, wer welche provision dafür kassiert hat und dann die eu dafür verantwortlich machen. Die einen wollten verkaufen, die anderen wurden dafür geschmiert und jetzt ist die k... am dampfen. Bitte fragt erstmal die griechischen eliten nach der verantwortlichkeit, dann fragt den rest in europa.
    Bin sowieso der meinung,dass nichts zu retten ist...es gibt nichts in griechenland...tomaten, oliven, zitrusfrüchte? eine unterentwickelte touristische infrastruktur...tut mir leid. zieht erstmal die eigenen eliten zur verantwortung...wer hat die gewählt???

    AntwortenLöschen