Diese brillante Idee stammt von dem Chef des Hamburgischen Welt-Wirtschafts-Institut HWWI, Thomas Straubhaar.
Nun, die Griechen fühlen sich ohnehin bereits als Bewohner
eines Protektorats, denn die weit verbreitete Meinung ist, dass es ohnehin
keine Rolle mehr spiele, wer nun letztendlich die Oberhand im Parlament gewinne,
regieren werde auch weiterhin mit eiserner Hand die Troika.
Verzeihung, es ist natürlich gemeint, dass es gilt, das Land
unter eine „SCHUTZherrschaft“ zu stellen, wofür die Griechen ja eigentlich
dankbar sein müssten.
Genau genommen jedoch ist die Idee, Griechenland durch den
Einsatz europäischer „Gesandter“ zu einem vernünftigen Sparkurs zu bewegen,
durchaus nicht neu, wie Dr. Manuel Ruoff in seinem interessanten Artikel vom 26. März
2012 unter dem Titel Deutscher „Sparmannsperg“ für Griechenland zu berichten weiß.
Zitat:
" ... Bereits im 19. Jahrhundert wurde der Versuch unternommen,
mit deutscher Ordnung, Gründlichkeit und Sparsamkeit Griechenland zu sanieren,
denn schon damals war es ein „verwahrlostes Land“, wie Roswitha von
Bary-Armansperg in der „Neuen Deutschen Biographie“ zu berichten weiß. An der
Spitze dieses Versuchs stand Joseph Ludwig Graf von Armansperg, der ebenso wie
der damalige König Griechenlands, Otto I., aus Deutschland stammte. ... "
Erreicht hat er sein Ziel jedoch offensichtlich nicht:
" ... Eine Wiederholung seines Erfolges in Bayern
blieb Armansperg jedoch in Griechenland versagt, was nicht unbedingt an ihm
liegen muss. Interessanterweise wurde dem Bayern wie heute der
Griechenlandpolitik der Bundesregierung vorgeworfen, allzu sehr nach heimischer
Schablone zu arbeiten. Karl Theodor von Heigel verweist allerdings zur
Verteidigung des Deutschen darauf, dass „in diesen Jahren eine rein
griechische, auf nationalen Formen beruhende Regierung gar nicht möglich war,
sondern erst vorbereitet werden musste“. Die Situation in Hellas war also
ähnlich wie heute. ... "
Begonnen jedoch hatte das alles lange vor dem Einsatz König
Ottos I. von Griechenland (Sohn König Ludwigs I. und Kronprinz von Bayern) durch
diverse, europäische Mächte, nämlich noch vor dem Griechischen
Unabhängigkeitskrieg, in dem die Griechen erst nach reiflichen, offensichtlich
wirtschaftlich-politisch begründeten Überlegungen dieser europäischen Mächte
unterstützt worden waren.
" ... Der Philhellenismus fand auch viele Anhänger unter den
europäischen Mächten. Doch wollten diese zunächst nicht ihre Beziehungen zum Osmanischen
Reich gefährden. Erst als dieses immer schwächer wurde und sich der Zerfall des
Osmanischen Reiches abzeichnete wurde der griechischen Freiheitskampf auch
durch die europäischen Mächte unterstützt. ... "
" ... 1821 siegt die Griechische Revolution, unterstützt von
der europäischen Bewegung der Philhellenen, aber auch von den imperialistischen
Mächten Frankreich, Großbritannien und Russland. ... "
An dieser Stelle drängt sich der Gedanke auf, dass die
heutige, „großzügige Hilfe“ aus Europa eine Wiederholung dessen sein könnte,
was vor fast 200 Jahren bereits stattgefunden, jedoch nicht zum gewünschten
Ziel geführt hatte, wie der bereits oben zitierte Nachrichtenträger PELAGON weiter zu berichten weiß:
" ... Doch der Einfluss der europäischen Mächte auf den neuen
griechischen Staat blieb den Griechen ebenso befremdlich wie die osmanische
Besatzung. ... "
Alle Überlegungen, die auf den oben genannten Informationen
beruhen könnten, seien dem geneigten Leser überlassen, der, wenn irgend
möglich, dabei stets eins im Augenmerk behalten sollte:
Wir sind eben NICHT nur politischen Wesen, Wähler,
Parteianhänger und Vertreter politischer Ideologien, wir sind vor allem
MENSCHEN.
Und als solche sollten wir uns von Zeit zu Zeit und vor dem
vorschnellen Urteilen vor Augen halten, dass es kaum jemandem noch möglich sein
kann, ALLE geschichtlich-politisch-wirtschaftlichen (in welcher Reihenfolge
auch immer) in ihre logischen, folgerichtigen Zusammenhänge zu stellen – wir
sehen stets nur Segmente und können nur noch mehr oder weniger realitätsnahe
Vermutungen anstellen.
Diese jedoch sollten zumindest unsere eigenen sein, unabhängig von Propagandaeinflüssen, die möglicherweise nur dem Ziel dienen könnten, Völker gegeneinander aufzuwiegeln, denn „Einigkeit macht stark“, woraus zu folgern ist, dass Uneinigkeit schwächt.
Und beherrschbar sowie lenkbar werden stets nur die Schwachen sein.
Diese jedoch sollten zumindest unsere eigenen sein, unabhängig von Propagandaeinflüssen, die möglicherweise nur dem Ziel dienen könnten, Völker gegeneinander aufzuwiegeln, denn „Einigkeit macht stark“, woraus zu folgern ist, dass Uneinigkeit schwächt.
Und beherrschbar sowie lenkbar werden stets nur die Schwachen sein.
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