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Mittwoch, 13. Juni 2012

Recherche: Zählung griechischer Euro-Scheine


Immer wieder hörte und las man in den ersten Jahren nach der Einführung des Euro, dass um die Kennzeichnung der Euro-Scheine eine gewisse Verwirrung zu herrschen schien, dass man sich nicht so ganz sicher war, ob es nun feststellbar sei, aus welchem Land der EWU ein Euroschein stamme, oder aber nicht. Mittlerweile jedoch scheint sich das Ganze aufgeklärt zu haben, es ist zwischenzeitlich jedem Interessierten klar, dass die Scheine natürlich eine entsprechende Kennung aufweisen, die angibt, welchem Mitgliedsland der Europäischen Währungsunion der jeweilige Geldschein zuzuordnen ist.

So ist zwischenzeitlich auch sicherlich bekannt, dass die Europäische Zentralbank EZB in ihrer von den Banken ausgegebenen Informationsbroschüre der Euro. UNSER Geld vom September 2002, zwar bekannt gab:
„ … Während die Banknoten in allen zwölf Ländern des Euroraums identisch sind, haben die Münzen neben einer gemeinsamen Vorderseite eine nationale Rückseite. …“,
sich jedoch in ihrer Internetseite ganz überraschend selbst widerspricht – der Begriff von „identisch“ ist im deutschen Sprachgebrauch nun einmal ganz klar definiert -  und erklärt, dass die Banknoten eben doch nicht im tatsächlichen Sinn des Wortes identisch seien:
„ … Ländercodes
Anhand des Buchstabens bzw. Ländercodes vor der Seriennummer kann man erkennen, welche Zentralbank den Druck einer Banknote in Auftrag gegeben hat (siehe nachfolgende Abbildung); allerdings gibt der Code nicht zwangsläufig Auskunft darüber, in welchem Land die Banknote gedruckt wurde. …“

In welchem Land ein Euroschein tatsächlich gedruckt wurde, darüber gibt die Vorderseite der Scheine Auskunft (bitte hier klicken, um zur Quelle zu gelangen und zu checken, in welchem Land eine Banknote gedruckt wurde), manche Mitgliedsländer der Eurozone verfügten schlicht nicht über die nötige Kapazität, alle Scheine selbst und im eigenen Land drucken zu können. Man benötigt allerdings eine Lupe, um die entsprechende Kennung ausmachen zu können, sie besteht aus einer winzigen Zahlen-Buchstaben-Kombination und ist an folgenden Platzierungen zu finden:
- Bei den 5-Euro-Scheinen im grauen Randbereich der Banknote, einen Zentimeter über dem Aufdruck „5 EURO“.
- Bei den 10-Euro-Scheinen am linken Rand des orangefarbenen Streifens, vom linken Stern diagonal etwa 0,5 cm nach oben.
- Bei den 20-Euro-Scheinen in einem der Sterne, die sich um den angedeuteten Bogen entlang ziehen.
- Bei den 50-Euro-Scheinen rechts, in dem orangefarbenen Bereich über dem Spezialfolien-Element.
Auch bei den anderen Scheinen kann mittels einer Lupe diese Kennung leicht gefunden werden.

Rein aus persönlichem Interesse und in Erinnerung daran, dass bereits im vergangenen Jahr in diversen Blogs, unter anderem hier, über dieses Thema berichtet worden ist, habe ich eine kleine Überprüfung der in unserem Ort befindlichen Euroscheine begonnen.
Das Ergebnis hat selbstverständlich rein statistischen Wert, denn die Recherche darüber, aus welchen Ländern die hier zirkulierenden Euroscheine stammen, hatte sich über 6 Tage hingezogen, sicherlich sind während dieser Zeit nicht wenige Scheine mehrfach gezählt worden.
Auch darüber, warum es zu diesem Ergebnis gekommen ist, soll an dieser Stelle nicht spekuliert werden, den bereitwillig ihre Euroscheine zählenden Griechen – Geschäftsleute wie Privatmenschen – fielen dabei die schlichtesten bis abenteuerlichsten Erklärungen ein. Allerdings waren nahezu alle extrem überrascht zu erfahren, dass es eben NICHT nur die Münzen sind, die über ihr Herkunftsland Auskunft geben, das war den wenigsten bereits bekannt.

Insgesamt sind in einem Zeitraum von 6 Tagen 742 Banknoten erfasst worden.

Malta, Slowenien und die Slowakei waren mit unter einem Prozent vertreten, hier fanden sich nur vereinzelt Euro-Banknoten.
Finnland, Portugal, Österreich, Irland, Belgien und Spanien fallen mit insgesamt 8,87 % ebenfalls kaum ins Gewicht.

Bei den folgenden Ländern ist eine Einzelnennung nicht uninteressant, da die aus ihnen stammenden Euro-Banknoten häufiger vertreten waren:
-         Frankreich: 9,93 %
-         Italien: 10,29 %
-         Griechenland: 12,93 %
-         Holland: 18,23 %
-         Deutschland: 39,75 %

Die Aufsplittung der gezählten Scheine beim Spitzenvertreter Deutschland ergibt folgendes Ergebnis:
5-Euro-Scheine: 22 Stück
10-Euro-Scheine: 43 Stück
20-Euro-Scheine: 34 Stück
50-Euro-Scheine: 193 Stück
100-Euro-Scheine: 3 Stück

Dazu im Vergleich die griechischen Scheine im Detail:
5-Euro-Scheine: 0 Stück
10-Euro-Scheine: 38 Stück
20-Euro-Scheine: 58 Stück
50-Euro-Scheine: 0 Stück
100-Euro-Scheine: 0 Stück

Eine 80-jährige Griechin, die gestern das von ihr Gesparte für ihre Enkeltochter von der Εθνική Τράπεζα (Ethiniki Trapeza – Griechische Nationalbank) abgehoben hat – es handelte sich um 1.000 Euro, die die Frau seit der Geburt ihres Enkekindes im Laufe von 14 Jahren zusammengespart hatte – und dem Mädchen das Geld mit den Worten: „Eigentlich wollte ich noch mehr zusammensparen, damit du ein bisschen Geld für dein Studium hast. Es ist aber besser, wenn ich es dir vor der Wahl gebe, gib es am besten aus und kauf dir was dafür, solange du noch etwas dafür bekommst“, ließ mich die 20 Banknoten - alles 50-Euro-Scheine - die sie am Bankschalter ausgezahlt bekommen hatte, überprüfen.
Ich fand dabei
1 Banknote aus Holland,
2 Banknoten aus Italien,
3 Banknoten aus Belgien,
14 Banknoten aus Deutschland,
eine griechische Banknote war nicht darunter.

Wie bereits oben ausdrücklich betont, ist diese Statistik ganz sicher nicht repräsentativ für ganz Griechenland, außerdem ist ihre Aussagekraft sicherlich anzuzweifeln, ganz gleich, welche Konsequenzen man daraus ziehen mag. Ursprünglich ist sie auch aus rein persönlichem Interesse gemacht worden, die Veröffentlichung in diesem Blog hat auf keinen Fall zum Ziel, irgendwelche Überlegungen zu implizieren. Dennoch erlaube ich mir, wie meistens, eine


Persönliche Anmerkung:

Zunächst fiel mir bei der Auswertung der kleinen Recherche auf, dass kein einziger griechischer 100-Euro-Schein auftauchte, allerdings waren die ohnehin nur vier Mal vertreten, 3 aus Deutschland und einer aus Italien. Bei der momentanen Lage in Griechenland ist es ja außerdem nicht weiter verwunderlich, dass kaum mehr jemand einen grünen Schein im Geldbeutel herumträgt, das dürfte auch in den anderen Euro-Ländern eher selten vorkommen.

Dass aber die griechischen Euroscheine insgesamt so selten auftauchten, und vor allem, dass bei 742 geprüften Scheinen kein einiger griechischer 50-Euro-Schein auftauchte, das wunderte mich dann doch.

Einige der Teilnehmenden meinten nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, die Anzahl der deutschen Scheine sei durch die erhaltenen Kredite zu erklären, andere wiederum vertraten die Ansicht, es seien doch keine Geldscheine per Post nach Griechenland geschickt worden, bei den Krediten handle es sich lediglich um virtuelles, am Computer gebuchtes „Spielgeld“.
Auch kam hin und wieder die mit etwas Angst unterlegte Frage: „Du bist doch Deutsche, glaubst du, dass die unsere Euroscheine schon einziehen, weil wir so oder so aus der Eurozone fliegen?“, worauf ich natürlich keine Antwort geben konnte, denn genau genommen kann ich mir keine Meinung bilden, alles sind nur reine Vermutungen, und wilde Spekulationen sollte man bekanntlich besser für sich behalten, um keine weiteren Ängste, Unsicherheiten oder gar Panik auszulösen. 
Nach den Wahlen am kommenden Sonntag wird sich ohnehin sicherlich so einiges aufklären, sich so manche logische Antwort auf so manches „Rätsel“ ganz von selbst ergeben.

Die meisten an dieser kleinen Recherche Teilnehmenden jedoch haben ihre eigenen Konsequenzen aus dem Ergebnis gezogen, ganz gleich, welche Erklärung sie für möglich und logisch hielten:
Sie legten die deutschen Euro-Banknoten erst mal auf die Seite und meinten, sie werden sich bemühen, alle anderen, möglichst aber nicht die deutschen Scheine auszugeben.
Nur für den Fall, dass …..

HINWEIS:
ICH WURDE FREUNDLICHST DARAUF HINGEWIESEN, DASS DAS ANKLICKEN DER OBEN GESETZTEN LINKS  ZU EINEM 404-FEHLER FÜHRT.
WÄHREND DES SETZENS DER LINKS, DIE ZUR EZB FÜHREN SOLLTEN, HATTE ES KEINE PROBLEME GEGEBEN, ICH BITTE UM ENTSCHULDIGUNG.
WER SICH ALSO DER RICHTIGKEIT MEINER ANGABEN VERSICHERN MÖCHTE, KANN DAS LEIDER NICHT ÜBER DIE GESETZTEN LINKS MACHEN. 
BITTE IN DER SUCHMASCHINE EINGEBEN:
EZB DER EURO UNSER GELD, WAS ZU DEM ENTSPRECHENDEN PDF FÜHRT,
UND
EZB EURO LÄNDERCODES, WO DIE ENTSPRECHENDE SEITE DER EZB GENANNT WIRD.


Kommentare:

  1. "...es handelte sich um 1.000 Euro...,(...)... ließ mich die 100 Banknoten - alles 50-Euro-Scheine..."

    ...alles klar bei euch?

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    1. Als Antwort auf die Frage:
      Nein, genau genommen ist da wohl nicht alles so ganz klar gewesen ;-)

      Vielen Dank für den Hinweis auf den Verschreiber, der ist bislang niemandem aufgefallen.
      Und ... sorry.

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  2. ich habe gerade eine Mail erhalten: Sehr geehrter Herr Buchta,
    ab sofort können wir bis auf weiteres keine Euro-Scheine
    mit dem Buchstaben "Y" (Griechische Euro) mehr annehmen.
    Wir setzen Sie davon in Kenntnis, sofern wir diese Regelung
    wieder aufheben können.
    Mit freundlichen Grüßen,
    Mike Koschine

    Dear Sir or Madam,
    As of now we are not able to accept Euro banknotes
    with the letter "Y" (Greek Euro bills) for the time being.
    We will inform you in the case we are able to
    suspend this regulation.
    Yours sincerely,
    Mike Koschine

    KB Edelmetall AG
    Geschäftsführer: Mike Koschine
    Sitz: Vaduz
    Dr.Grass-Strasse 8
    FL9490 Vaduz

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  3. hat das überhapt irgendeine relevanz, WO der schein gedruckt wurde? ist für mich als endverbraucher nicht lediglich wichtig, im auftrag welcher zentralbank der schein gedruckt wurde?

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  4. Das Problem ist ein anderes.Folgendes Szenario.Linksradikal gewinnt die Wahlen und kündigt alle Vereinbarungen und bleibt im Euro. So wie angekündigt von Tsapiras.Die EU stoppt alle Zahlungen an GR und Tsapiras weist die Gr Zentralbank an,unbegrenzt Euro Scheine zu drucken. Ist in Notsituationen sogar erlaubt. Was dann? Tsapiras überflutet den nationalen und internationalen Markt mit Gr Euro Scheinen. Wer nimmt dann noch Y Scheine ausserhalb GR noch an? Deshalb werden schon jetzt keine Y Scheine teilweise mehr angenommen

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