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Mittwoch, 29. Februar 2012

Selbsthilfe in Griechenland


Landwirtschaftliche Produkte vom Erzeuger direkt zum Endverbraucher, ganz ohne Zwischenhändler, um die Preiserhöhungen aufzufangen und leben zu können


- Dass die Situation in Griechenland immer mehr ausufert, 
- dass die Arbeitslosenzahl nunmehr wöchentlich dramatisch ansteigt, 
- dass es für die Arbeitslosen keine Aussicht auf einen neuen Arbeitsplatz gibt, da die mit den Kreditgewährungen verbundenen Auflagen die Schließung kleiner, mittlerer und auch größerer Betriebe einschließt, 
- dass Arbeitslosengeld nur für die Dauer von 12 Monaten gewährt wird, 
- dass Schulen kaum mehr die Mittel zum Kaufen von Heizöl haben (das zwischenzeitlich durchschnittlich1 Euro/Liter kostet), 
- dass nicht wenige Kinder arbeitsloser Eltern hungernd in den Schulen sitzen  – die Zahl Jugendlicher, die wegen Kreislaufproblemen nach manchmal über 30 Stunden ohne etwas zu essen zusammenbrechen, wächst übrigens auch Tag für Tag – und, 
last but not least, 
- dass die Schwarzarbeit ihren Weg zu denjenigen findet, die sich darüber freuen, wenn sie einen Job für wenigstens ein paar Tage haben,
alles das - und diese Liste könnte beliebig verlängert werden - ist in Griechenland zum Alltag geworden, auch wenn niemand mehr darüber reden will, weil man sich die hoffnungslose Situation nicht ständig vor Augen halten möchte.

Während dieser schwierigen Zeit, die mit Sicherheit nicht so leicht „erfühlbar“ ist für Menschen, die (zumindest bis jetzt noch) in so genannten „geregelten Verhältnissen“ leben, suchen und finden die Menschen hier nach legalen Möglichkeiten, um das tägliche Leben bezahlbar zu machen.

Am 29. Februar 2012 um 14:36 Uhr erscheint nun in der Zeitung Vima online (griech.: Βήμα) ein Artikel,  der über eine nahezu unglaubliche Selbsthilfemaßnahme in Griechenland berichtet.

So hat sich eine Gruppe gebildet, die sich Εθελοντική Ομάδα Δράσης Νομού Πιερίας (Ethelontiki Omada Drasis Nomou Pierias – wörtlich: Ehrenamtliche Gruppe von Aktionen in der Präfektur Peria) nennt.

Die Mitglieder dieser tatsächlich sehr aktiven Gruppe der Präfektur Peria (Gebiet um Katerini, Nordgriechenland), organisieren, ohne jegliche Bezahlung dafür zu bekommen, Verkäufe von landwirtschaftlichen Erzeugnissen Griechenlands, die nur deshalb extrem günstig beim Endverbraucher landen können, weil jede Art von Zwischenhändler ausgeschaltet ist.

Im Klartext heißt das:
Vom Erzeuger direkt zum Verbraucher.

Welche Produkte dabei zum Verkauf kommen sollen, wird über die Homepage der Gruppe ermittelt – hier können die Bürger angeben, was sie für sinnvoll und notwendig erachten, dann wird der Verkauf dieser Produkte von der Gruppierung organisiert.

75 Tonnen in 20 Stunden - Bildquelle: http://www.otoposmou.gr/
So ist gerade eine Aktion zu Ende gegangen, bei der Kartoffeln verkauft wurden. Vom Erzeuger direkt zum Endverbraucher, zu einem Preis von 2,50 Euro pro 10 Kilo. 
Die Aktion war so erfolgreich, dass eine Mammutbestellung in der Homepage der Ethelontiki Omada eingegangen ist und versucht wird, noch einmal eine solche Verkaufsaktion von Kartoffeln zu organisieren.

Dafür muss natürlich Kontakt zu den Erzeugern aufgenommen werden, die durchaus nicht ausschließlich aus der Umgebung von Katerini stammen. 
Im Moment versucht man, so erklärt Kostas Tzomidis, Mitglied der Gruppe, auf Grund der großen Nachfrage der Bürger weiße Bohnen aus Prespa, Präfektur Florina, zu organisieren.
Sollten die Bemühungen erfolgreich sein, so Tzomidis, dann ist zu erwarten, dass die besonders im Winter so heiß begehrten weißen Bohnen bis zu 50 % billiger beim Endverbraucher ankommen werden, als es mit den zwischengeschalteten Händlern der Fall ist.

Nach der so erfolgreichen Verkaufsaktion von Kartoffeln, soll es nun zu einer Verkaufsaktion von Olivenöl kommen - ganz wie von den Bürgern gewählt - natürlich auch hier ohne Zwischenhändler, die den Preis des Öls nach oben treiben würden.

Die Liste der von den Bürgern gewünschten Produkte in der Präfektur Katerini beginnt mit dem höchsten Prozentsatz bei Mehl, gefolgt von Nudeln, weißen Bohnen, Reis und Kartoffeln. Zwiebeln, Linsen und Kichererbsen stehen an den letzten Stellen.

Ähnliche Aktivitäten werden zwischenzeitlich auch in Veria organisiert, wo sich die Mitglieder der  Οικολογική Ομάδα Βέροιας (Ikolojiki Omada Verias – Ökologische Gruppe von Veria) um alles Notwendige kümmern, des Weiteren sind laut dem Bericht der Zeitung Vima auch in Athen, Volos, Larisa und Thessaloniki bereits Gruppierungen dabei, ähnliche Aktionen ins Leben zu rufen.

             http://www.otoposmou.gr/



Berücksichtigt man einmal, dass es durchaus nicht um besondere Delikatessen geht, sondern schlicht und ergreifend um ganz einfache Grundnahrungsmittel, dann könnte man vielleicht langsam zu verstehen beginnen, was eigentlich wirklich hier in Griechenland los ist und worum es tatsächlich geht:
Es geht nicht um Politik oder die Möglichkeiten demokratischer Wahlen von Parteien, es geht nicht mehr darum, dass man mit den so genannten "Volksvertretern" (die zumeist gar keine mehr sind, sobald sie einen Fuß ins Parlament gesetzt haben) nun einmal leben muss, 
NEIN, es geht darum, 
dass die Einsparungen nicht nur die Wirtschaft des Landes ruinieren, sondern auch den MENSCHEN jegliche Lebensgrundlage nehmen.
Das abrupte Auflösen eines in vielen Jahrzehnten aufgebauten Verwaltungsapparates und die damit verbundenen Arbeitslosen, das Reduzieren sämtlicher sozialer Leistungen (griechisch sozial bedeutet durchaus nicht deutsch sozial!), das darauf automatisch folgende Schrumpfen der Kaufkraft und Wirtschaft, …, man muss durchaus kein Wirtschaftexperte mehr sein, um das Ende absehen zu können. 

Samstag, 25. Februar 2012

Die (Nicht-)Suche nach den großen Steuersündern Griechenlands

Nun also hat Griechenland das Schweizer Bankkonto eines reichen Griechen, der sein zum Teil angeblich nicht ganz so sauber (im Sinne von legal) zusammengetragenes Vermögen um den griechischen Fiskus herum ins steuergünstigere Ausland, in die Schweiz, transferiert hat, sperren lassen.  

 Die Ansichten über diese Aktion sind hier in Hellas recht eindeutig: Man lächelt, man kommentiert es kaum. Wie sich diese lethargisch anmutende Reaktion zu einem Schritt erklären lässt, der doch eigentlich Hoffnung darauf wecken sollte, dass nun endlich auch mal die großen Steuerhinterzieher zur Verantwortung gezogen werden sollen, und nicht nur Kostas-Normalverbraucher, der sich durch das Umgehen des Fiskus keinen Luxus sondern seinen täglichen Lebensunterhalt zu finanzieren versucht,  hat einige Recherchen notwenig gemacht. An dieser Stelle wird um Verständnis darum gebeten, dass hier aus sicherlich verständlichen Gründen keine Quellen genannt werden können. Genau genommen wird das auch nicht unbedingt als notwendig erachtet, denn bei allen, von an entsprechenden Stellen sitzenden Personen gemachten Äußerungen, handelt es sich letztendlich lediglich um das laute Aussprechen von "offenen Geheimnissen" ...

 Seit es Jachten und Segelboote gibt, ist es auch bekannt, dass die großen und sehr luxuriösen, im Piräus vor Anker liegenden Jachten und Segelboote nicht Kostas-Normalverbraucher gehören können, sondern dass es sich bei deren Eigentümer um Banker, Reeder, Politiker, Vorstandsmitglieder (oft auch von Niederlassungen ausländischer  Firmen), etc. handelt.
 Diese, sowohl in der Anschaffung als auch in der Haltung recht kostspieligen "Spielzeuge", kreuzen und segeln nicht selten unter ausländischer Flagge durchs Mittelmeer, die in Griechenland dafür erhobene Luxussteuer ist auch den reichen Inhabern meistens zu hoch, also haben sie sie im billigeren Ausland angemeldet. Laut Informationen sei das gar nicht ganz so unkompliziert, wie es sich hier anhören mag, es hieß, man brauche schon ein paar gute Beziehungen, damit alles reibungslos und "legal" ablaufe. 
 Doch nicht nur, um die Steuern in Hellas umgehen zu können, wird gerne unter "fremder Flagge" Urlaub auf dem Meer gemacht, es gehe hier wohl in erster Linie darum, so wurde erklärt, dass bei dem Erwerb eines so kostspieligen Luxusartikel wie einer Jacht auch offen darlegt werden müsse, woher man das Geld für die Anschaffung bzw. für die Finanzierung habe. So wolle der Staat sicherstellen, dass auch tatsächlich jedes Einkommen dem Finanzamt bekannt sei und entsprechend versteuert werden könne.
 Nicht nur, weil der Steuersatz in Griechenland einer der höchsten in der EU sei, so hieß es, sondern auch, weil die Einnahmequellen nicht immer die "saubersten" seien, suche der wohlhabende und zumeist in der Gesellschaft hoch angesehene  Grieche stets nach Möglichkeiten, die Offenlegung der Quelle und der exakten Höhe  seiner Einkünfte zu umgehen. Hier helfe ein bisschen "Kleingeld", das unter dem Namen "fakelos" (griech.: φάκελος) bekannt ist, und das ursprünglich aus einem in einen Briefumschlag gesteckten Geldbetrag bestand, der diskret über den Schreibtisch des unter diesen Umständen gerne Helfenden geschoben wurde. Heute werde der Begriff eher sinnbildlich benutzt, sein Sinn, in diesem Fall das Umgehen des Ausfüllens so manches Formulars, sei jedoch derselbe geblieben.

 Das alles sei Kostas-Normalverbraucher selbstverständlich bekannt, nutze doch auch er in der Regel derartige Möglichkeiten wo immer sie sich ihm böten, allerdings mit einem bedeutsamen Unterschied:
 Ihm gehe es normalerweise nicht darum, sich ein luxuriöses Leben zu finanzieren, er wolle sich in der Regel gewisse Steuerausgaben nur aus dem Grund sparen, weil sie seinen Tages- oder Monatslohn derart schmälern könnten, dass er grundlegende Probleme beim Finanzieren seines ganz normalen, täglichen Lebens bekomme - hier wurden Auto, Handy, Internetanschluss und wenigstens ein Urlaub im Jahr dazu gezählt. Außerdem nutze er eher selten ein fakelos zum Umgehen des Fiskus, hier werde zumeist einfach nur die Angabe von Einnahmequellen unterlassen, umgangen, oder aber schlicht und ergreifend gelogen.

 Des Weiteren wurde darauf hingewiesen, dass sich die wirklich großen Einkommensträger Griechenlands gar nicht unbedingt in ihrer Heimat aufhielten, nicht wenige hätten sich schon lange im steuergünstigeren Ausland niedergelassen, natürlich nicht, ohne vorher ihr in Griechenland erwirtschaftes, nicht unbeträchtliches Vermögen so geschickt, und nicht selten mit entsprechender Hilfe von "fakelos"-Empfängern, auf die Banken des zur neuen Heimat ausersehenen Landes zu transferieren, dass es hier nicht oder kaum aufgefallen sei. Nicht wenige dieser reichen Auswanderer bezögen noch immer Gewinne aus Griechenland, doch auch diese flössen stets am griechischen Finanzamt vorbei, ohne angetastet zu werden.

 Man müsse als wohlhabender bis reicher Grieche jedoch nicht unbedingt sein schönes Hellas verlassen, um tatsächlich in den Genuss zu kommen, sein am Fiskus vorbei dirigiertes, oder aber kaum von ihm angetastetes Vermögen in vollen Zügen genießen zu können, wurde weiter ausgeführt. Es wurde empfohlen, doch einmal selbst Recherchen anzustellen, um sich ein Bild davon machen zu können, wie viele Griechen es noch gebe, die sich von den neu eingeführten, hohen Steuersätzen kaum bis überhaupt nicht beeindruckt zeigen, ganz so, als beträfen sie sie nicht.   


 Die Zeit intensive Suche im Internet führte , wie man es hier schon gewöhnt ist, im deutschen Netz viel rascher zu Ergebnissen, als im griechischen, genau genommen kann sich im griechischen Netz nur auf Blogs bezogen werden, bei denen sich das Überpüfen von Glaubwürdigkeit und Wahrheitsgehalt der angeführten Informationen als sehr schwierig gestaltet.

 So berichtet eine am 21. September 2011 im ARD Report Mainz gesendete Reportage unter dem Titel "Reich im Pleitestaat", in der im Zusammenhang mit den Reichen Griechenlands immer wieder der Begriff "Diskretion" fällt, was sehr nachdenklich stimmen kann, wenn o.g. Informationen zu Grunde gelegt werden. Natürlich ist bekannt, dass "die Reichen" gerne unter sich bleiben und sich nicht gerne unter die Kostas-Normalverbraucher mischen, doch es fällt die Formulierung, Diskretion darüber, dass sie "viel Geld ausgeben", sei besonders "in den Zeiten der Krise" sehr erwünscht, was dann doch nachdenklich stimmen könnte.
 In jedem Fall aber führt diese Reportage zu der Überlegung, wie es denn möglich sein kann, dass die Einführung der neuen, extrem hohen Steuersätze sowie  der neuen Luxussteuer zwar den Kostas-Normalverbraucher an den Rande des Ruins treiben können, da sie ja z.B. auch die Steuer für sein 1,8-Liter Auto in die Höhe getrieben hat, den Lebenswandel der in der Reportage gezeigten Griechen jedoch in keinster Weise zu berühren oder gar zu verändern scheint. 
 Und warum das genannte V.I.P.-Lokal trotz der Steuerhinterziehung in Höhe von 4.000.000 Euro noch immer ganz normal arbeiten kann - über Ermittlungen oder gar eine Gerichtsverhandlung wegen dieser Hinterziehung eines nicht unbeträchtlichen Betrages konnte trotz intensiver Recherchen nichts gefunden werden - macht ebenfalls Raum für diverse Überlegungen.

 Natürlich fand auch der Name der berühmten und beliebten, griechischen Sängerin Nana Mouskouri Nennung, die seit ihrer sehr negativen Bewertung ihrer Landsleute in Griechenland durchaus nicht mehr ganz so beliebt ist. Allerding wurde hier eingeräumt, dass sie sich ihren Reichtum im Ausland erwirtschaftet habe, ob sie zu Steuerzahlungen in ihrem Heimatland verpflichtet sei, das sei anzuzweifeln, wurde mitgeteilt. 

 Interessant und aufschlussreich erscheint in diesem Zusammenhang auch ein beim Suchen im Internet gefundener Fernsehbericht, ebenfalls des ARD Report Mainz, der am 23. November 2011 ausgetrahlt wurde.
 Unter dem Titel "Warum die EU-Milliardenhilfe nicht in Griechenland ankommt - Endstation Schweiz" wird über das Leben der superreichen Griechen am Genfer See berichtet.
 Zur Ehrenrettung des in dem Bericht genannten Georgios Koukis (griech.: Γεώγιος Κούκης) sei angemerkt, dass er bereits im Jahr 1971, also noch während der Zeit der Militärdiktatur (griech.: Χούντα - Chunta, ein Begriff, der aus Spanien übernommen worden ist), von Griechenland nach Australien auswanderte, und sein Vermögen durchaus nicht in seiner Heimat erwirtschaftet hat. Er ist Gründer und Chairman des Banksoftware-Unternehmens Temenos, das in der Schweiz ansässig ist, und hat ganz offensichtlich keinerlei Veranlassung, irgendwelche seiner im Ausland erwirtschafteter Gelder nach Griechenland fließen zu lassen.
 Allerdings berichtet die Reportage weiterhin darüber, dass - zumindest bis zum Zeitpunkt ihrer Erstellung - seitens der griechischen Regierung(en) keinerlei Interesse daran zu bestehen scheint, Transparenz in das Transferieren  von in Griechenland erwirtschafteten Geldern in die Schweiz zu bringen, was wiederum zu Überlegungen über die Gründe dafür anregen könnte.



  Die gemachten Recherchen über ein Thema, das durchaus nicht neu und auch nicht nur in Griechenland bekannt ist, regten zu einer weiteren Spekulation an, es sei allerdings betont, dass es sich hierbei um eine persönliche Meinung handelt, die sich während der Recherchen aus logischen Überlegungen heraus gebildet hat:
  Es wird wohl nie dazu kommen, dass diese Form der Korruption und Bestechung ernsthaft bekämpft werden wird, denn es scheint sich dabei um einen sich in Jahrzehnten (wenn nicht sogar Jahrhunderten) entwickelten "Wirtschaftszweig" des Landes zu handeln, der, wenn er durchleuchtet würde, wohl nicht wenige bekannte griechische, aber möglicherweise auch nicht-griechische Namen ans Tageslicht befördern könnte. Namen, die aus der Welt der Politik, aus der der länderübergreifenden Wirtschaft und großer Konzerne bekannt sind. 
  Und vielleicht kann man, wenn man die Sache von diesem Standpunkt aus betrachtet, sowohl für das lethargische Lächeln wie auch für die Wutausbrüche vieler Kostas-Normalverbraucher Verständnis aufbringen, wenn ihre Tages- und Monatslöhne und ihre nicht selten unter der 400-Euro-Grenze liegenden Renten gemäß den Forderungen der EU-Politiker und der Troika ständig aufs Neue reduziert werden - offensichtlich jedoch (be)trifft das ausschließlich nur sie.  

Abschließend sei noch die Bemerkung erlaubt, dass es möglicherweise aufs Heftigste anzuzweifeln sein könnte, das alles sei ein ausschließlich griechisches Phänomen. Vielleicht steckt ein bisschen Griechenland in jedem Staat, insbesondere innerhalb der EU, denn mehr oder weniger politisch wie wirtschaftlich miteinander verknüpft sind ja doch alle Mitglieder dieser Union. Außerdem stellt sich doch auch die Frage, warum auch EU-Regierung und Troika zwar auf Daumenschrauben im Leben des Kostas-Normalverbrauchers besteht, und alle damit zusammenhängenden, notwendigen Schritte mit großer Vehemenz einfordert, sich jedoch um die Tranparenz der Einkunftsquellen reicher Griechen, ob sie nun im Ausland oder in Griechenland leben, nicht so intensiv zu bemühen scheinen. 

Freitag, 24. Februar 2012

Massenentlassungen, Kürzungen, Erhöhungen und nun der Schuldenschnitt

Erinnert man sich an die Analysen von Finanz- und Wirtschaftsexperten, die bereits Jahre zurückliegen, dann kommt wieder ins Gedächtnis, dass deren logische Gedankengänge genau zu dem geführt hatten, wo Griechenland nun auch tatsächlich ist: Beim Schuldenschnitt.

Die Suche nach einer professionellen Definition, führte zum Lexikon zur öffentlichen Haushalts- und Finanzwirtschaft Lexikon zur öffentlichen Haushalts- und Finanzwirtschaft in dem es auszugsweise heißt wie folgt:

Schuldenschnitt
Der Begriff des Schuldenschnitts (auch: Haircut) ist im Kontext der öffentlichen Finanzen definiert als ein teilweiser Schuldenerlass zugunsten eines sich in großen finanziellen Schwierigkeiten befindenden Staates. … Der Schuldenschnitt ist ein letztes Mittel um einen quasi insolventen Staat wieder haushalts- und finanzpolitische Handlungsspielräume zu verschaffen. Ferner ist mit einem Schuldenschnitt die Erwartung verbunden, dass sich der jeweilige Staat dadurch dauerhaft saniert. … Problematisch an einem Schuldenschnitt ist gleichwohl, dass die Kreditwürdigkeit des Staates dadurch langfristig negativ beeinflusst wird. So liegen der Notwendigkeit eines Schuldenschnitts i.d.R. gravierende strukturelle Probleme in dem jeweiligen Land zugrunde. …

„Gravierende strukturelle Probleme“ also.


Erlebt man Griechenland und die Auswirkungen der Situation hier am eigenen Leibe – besser, an der eigenen Psyche – dann wird aus unten angeführten Gründen klar, dass hier irgendetwas gewaltig schief läuft, denn es kann doch nicht ernsthaft davon ausgegangen werden,
-         Massenentlassungen wären ein Weg zur Lösung des Problems, denn die sorgen für  noch mehr Arbeitslose, die definitiv kaum eine Aussicht auf eine neue Anstellung haben. Natürlich muss hier angemerkt werden, dass im griechischen „Sozial“system eine finanzielle Unterstützung der Arbeitslosen nur für die Dauer eines Jahres vorgesehen ist, danach gibt es seitens Vater Staat keinen Cent mehr, teuer ist ein Arbeitsloser also nicht für den griechischen Staat,
-         Preis- und Mehrwertsteuererhöhungen wären ein Weg zur Lösung des Problems, denn die Lebensmittelpreise sind bereits so hoch, dass gespart wird, wo es nur geht – also auch bereits am Essen – womit das zum Funktionieren der Märkte notwenige Kapital des Verbrauchers fehlt,
-         Lohnkürzungen wären ein Weg zur Lösung des Problems, da mit weniger Lohn schon mal gar keine Möglichkeit mehr besteht, Einkäufe zu tätigen, und man sich aus menschlich vielleicht sogar verständlichen Gründen nicht selten gezwungen sieht, das mickrige bisschen an Lohn durch Schwarzarbeit aufzubessern,
-         hohe Sozialversicherungsbeiträge für Gewerbetreibende wären ein Weg zur Lösung des Problems, da sich kleine Unternehmer, die aus o.g. Gründen kaum mehr Umsätze machen, nicht mehr in der Lage sehen, ihre Beiträge zu entrichten und sie zwangsläufig schuldig bleiben, potentielle, neue Geschäftsleute schrecken bereits vor der Selbstständigkeit die hohen Beitragszahlungen, sodass viele es lieber bleibenlassen. Dazu muss betont werden, dass es für Selbstständige nur eine einzige Versicherungskasse gibt, die zu entrichtenden Beträge sich im ersten Versicherungsjahr bei um die 400 Euro monatlich bewegen, im Laufe der Versicherungsjahre kontinuierlich ansteigen (nach 10 Jahren bewegen sich die Beiträge bei etwa 800 Euro monatl.) und sich NICHT nach den Umsätzen richten,  
-         die Sparmaßnahmen in der Ausbildung wären ein Weg zur Lösung des Problems, da die meisten dieser Maßnahmen schlicht und ergreifend lediglich jeden einzelnen Schüler direkt betreffen, denn die fehlenden finanziellen Mittel der Schulen sorgten speziell in diesem sehr harten Winter dafür, dass in vielen Schulen kein Geld für Heizöl zur Verfügung stand, die Schüler saßen also zumeist mit Jacken und Handschuhen in ihren Klassenzimmern. Dass der höhere Prozentsatz der griechischen Grundschulen, Gymnasien und Lyzeen in den vergangen Jahren als einzige Renovierungsmaßnahme mal einen neuen Anstrich erfahren haben, Mittel für vernünftige Isolierungsarbeiten wurden nie bewilligt, sei nur am Rande angemerkt. 

Das griechische Volk wird demnach komplett ohne Sinn und Zweck in Grund und Boden gekürzt. Dabei müssten doch die bereits stattgefundenen Einsparungen an Gehältern, sowie die Steuererhöhungen zumindest eine kleine Einnahmequelle für den Staat darstellen, oder etwa nicht?
Ein Blick auf die Kürzungen im Bereich der verbeamteten Lehrer, und damit auf die eingesparten Staatsausgaben:
Seit Anfang 2010 werden die Lehrergehälter alle paar Monate nicht nur um Zulagen gekürzt, auch am Grundeinkommen wird mit chirurgischer Exaktheit Stück für Stück amputiert. Zwischenzeitlich ist bei ihren Gehältern eine Einbuße von zwischen 300 und 500 Euro im Vergleich zum Jahr 2008 zu verzeichnen, abhängig vom jeweiligen Grundgehalt, das sich aus den Dienstjahren ergibt, sowie Kindergeld und anderen Zulagen. Gehen wir also von einem Durchschnitt in Höhe von 400 Euro aus, mit dem der Staatshaushalt nicht mehr belastet ist.
Eine Suche in der Internetseite des Kultusministeriums, um die genaue Anzahl der vom Staat beschäftigten Lehrer zu ermitteln, musste nach mehr als drei Stunden abgebrochen werden, die Probleme mit nicht funktionierenden Links, die zu entsprechenden Tabellen führen sollten, hätten eher einen Herzinfarkt als ein Ergebnis zur Folge gehabt.
So wird sich hier auf die, auf Grund weitreichender Nachforschungen als vertrauenswürdig eingestufte, e-πύλη εκπαίδευσης (elektronisches Ausbildungsportal) berufen. In einem, am 24. November 2011 verfassten Artikel, erscheint gleich in der Überschrift - Το νέο Βαθμολόγιο και το Μισθολόγιο 170.000 εκπαιδευτικών  (Die neue Einteilung und die Gehaltsliste der 170.000 Lehrer) - die Anzahl der eingestellten Lehrer, wobei nur die in den Klassenzimmern stehenden erfasst sind, diejenigen, die in Verwaltungsbüros oder anderen Stellen „untergebracht“ sind, werden nicht mitgerechnet.
170.000 Lehrer x 400 Euro weniger Einkommen = 
68.000.000 Euro Einsparungen/Monat.
Hochgerechnet auf 12 Monate ergibt das Einsparungen im Staatshaushalt 
in Höhe von sage und schreibe 816.000.000 Euro, 
die sich der Staat im vergangenen Jahr durchschnittlich an Ausgaben gespart hat.

Wäre man nun so dreist, auch noch die anderen Beamten – und ein beträchtlicher Anteil an Griechenlands Dilemma ist ja angeblich auch darauf begründet, dass es zu viele dieser Gattung geben soll – dann kommt man auf eine Zahl mit noch weiteren Nullen.
Auch müssten natürlich die im vergangenen Jahr durchgeführten Entlassungen von Lehrern berücksichtigt werden, die durch den Einzug der Deutschen Telekom in Griechenland bei der OTE (griech. Telefongesellschaft) notwendigen Entlassungen, …., aber man ist ja nicht kleinlich. Außerdem ergäbe sich bei einer entsprechenden Hochrechnung ein eingesparter Betrag an Staatsausgaben, dessen Nullen wohl doch zu viel des Guten wären.

Möglicherweise erscheint die folgende Frage einem Wirtschaftexperten zu naiv, als dass sie überhaupt gestellt werden dürfte, doch diese Freiheit wird sich an dieser Stelle auch unter der Gefahr genommen, als völliger Trottel dazustehen:
WARUM KREDITE UND SCHULDENSCHNITT, WENN DOCH BEREITS MONAT FÜR MONAT MILLIONEN-,  WENN NICHT SOGAR MILLIARDENBTRÄGE AN STAATSAUSGABEN EINGESPART WERDEN?!
Die eingangs erwähnte Suche nach einer professionellen Erklärung des Begriffs „Schuldenschnitt“,  führte auch auf eine Seite mit dem Namen Mund Mische :
Ziemlich ärmlich und ugly aussehende, ondulierte Polyestermatte im Porno- bzw. Schmandmatten-Style, die an eine querfrisierte Kanalratte erinnert.
Dem ist eigentlich nichts mehr hinzuzufügen ...

Donnerstag, 23. Februar 2012

Profiteure der Griechenlandkrise – gibt´s die wirklich?


Immobilienexperten sind davon überzeugt, wie man an der ersten Seite der Homepage eines Real Estate-Unternehmens, das auch Urlaubsdomizile vermittelt, unschwer erkennen kann:


EUROKRISE + GRIECHENLANDKRISE = SUPER-SCHNÄPPCHENMARKT!
Der Immobilienmarkt war 2011 im ungebremsten Sturzflug:
Die Preise sind um 40% eingebrochen -
PROFIS KAUFEN JETZT!
bestätigen Wall Street Journal 9/2011, BHW Ferienhausreport und CAPITAL 10/2011
Lassen Sie sich diese einmalige Chance nicht entgehen.

 
Und nicht wenige Wirtschaftexperten sind, und waren von Beginn des inzwischen alltäglich gewordenen Ausdrucks „Griechenlandkrise“, der Ansicht, dass es durchaus Investoren gibt, die, ganz gleich, wie die Sache mit Hellas ausgehen wird, auf jeden Fall einen dicken Profit einstreichen werden.

Kaum jemand hat das so klar und deutlich formuliert, wie Stefan Homburg, Jahrgang 1961, Professor und Direktor des Instituts für öffentliche Finanzen an der Leibniz Universität Hannover, in einem Interview mit dem Spiegel im Juni vergangenen Jahres. Es ist auf alle Fälle lohnend, das ganze Interview zu lesen, hier seien nur einige wenige Passagen zitiert:
SPIEGEL: Also bringt die freiwillige Beteiligung privater Gläubiger, auf die sich Bundeskanzlerin Angela Merkel und der französische Präsident Nicolas Sarkozy verständigt haben, wenig bis nichts?
Homburg: Das Ganze war ein Schauspiel, das vor allem die deutsche Öffentlichkeit beruhigen sollte. Merkel wollte eine verpflichtende Beteiligung, Sarkozy wollte gar keine. De facto hat sich Sarkozy durchgesetzt.
SPIEGEL: Ist nicht in einer Währungsunion die Gefahr viel größer, dass die Krise von einem schwachen Mitgliedsland auf das andere überspringt?
Homburg: Nein. Die Ansteckung läuft sogar genau andersherum, denn etliche Banken und Hedgefonds profitieren von folgendem Geschäftsmodell. Schritt eins: Sie verkaufen die Anleihen des betreffenden Landes. Schritt zwei: Sie bringen das Land ins Gerede. Schritt drei: Nachdem die Kurse der Anleihen gesunken sind, kaufen sie billig zurück. Und zuletzt jagen sie die Regierungen mit dem Unsinn ins Bockshorn, eine Insolvenz werde verheerende Folgen haben. In einem Nullsummenspiel gibt es nicht nur Verlierer wie uns Steuerzahler, sondern auch Gewinner.
Homburg: In den letzten Tagen habe ich selbst einen namhaften Betrag in griechische Anleihen gesteckt. Sie laufen noch ein Jahr und bringen im Erfolgsfall 25 Prozent Rendite. Damit schlafe ich wunderbar, weil ich an die grenzenlose Dummheit der Bundesregierung glaube. Sie wird zahlen.
SPIEGEL: Moralische Skrupel plagen Sie nicht?
Homburg: Weil ich die Rettungsmaßnahmen unfreiwillig durch meine Steuern mitfinanziere, ist es doch in Ordnung, wenn ich auch von den Gewinnen einen Teil erhalte. Warum sollten denn ausschließlich Banken und Hedgefonds profitieren? … 

Unter dem Titel Nachfrage nach Immobilienkrediten steigt durch Griechenlandkrise veröffentlichte das Fachmagazin für Risiko- und Kapitalmanagement am 15. September 2011 einen Artikel, der ebenfalls auf fette Profite hinweist, die durch die maroden Finanzen Griechenlands eingestrichen werden können.
Zitat:
… Häuslebauer und Immobilienkäufer zählen in diesen Tagen zu den Profiteuren der Griechenland-Krise. Die Angst an den Märkten und Flucht in deutsche Staatsanleihen haben die Zinsen für Darlehen mit zehnjähriger Zinsbindung deutlich unter die 3-Prozent-Marke gedrückt. „Mehrere Anbieter vergeben Kredite ab 2,8%, wenn Bonität und Eigenkapitalquote stimmen“, sagt Manfred Hölscher, Leiter des Baugeldvermittlers Enderlein. Das Unternehmen verzeichnet vermehrt Finanzierungsanfragen. …

Und damit auch den Griechen unter den Profiteuren die Ehre zukommt, die ihnen gebührt, sei hier noch der Name Spiros Latsis genannt, des gebürtigen Atheners, dessen Geschäfte und Vermögenswerte am brillantesten im  Who´s Who  zusammengefasst sind. Es sei allerdings hier schon gesagt, dass die Familie Latsis im Jahr 2009 zu den „300 Reichsten der Schweiz“ gezählt wurde. In einem sehr interessanten Interview, das übrigens bereits im Mai 2010 ausgestrahlt worden ist, wird angeführt,
Zitat:
… und am beeindruckendsten waren eigentlich die Gespräche mit den Banken, hier wurde noch mal gezielt im Vorfeld der Rettung – ich war interessanterweise genau an dem Freitag in Athen, als die Regierung ihr Hilfsgesuch einreichte -  an dem die Banken zuvor gezielt griechische Staatsanleihen gekauft haben, um auf eine Rettung durch die EU und den IWF zu spekulieren, das sind also auch genau diejenigen, denen wir jetzt mit dem Rettungspaket helfen, das sind Banken, die zum Teil Milliardärsfamilien gehören, wie Herrn Latsis, der 40 Prozent der EFG-Eurobank hält, und der allein erhält praktisch ein Geschenk von 1,5 Milliarden Euro durch die Rettung der EU und des IWF. …

Diese Auflistung könnte noch Seiten weise fortgeführt werden, es geht auch ganz offensichtlich auch nicht nur um Millionen- sondern um Milliardenbeträge, die durch das, was man heute „Investitionen“ nennt, erwirtschaftet werden. Unternehmen sowie Banken, die unvorstellbar hohe Summen aus der Griechenlandkrise, um bei dem leidigen Wort zu bleiben, schöpfen, haben dabei ganz offensichtlich nicht die geringsten Skrupel.

Die entsprechende Propaganda sorgt dann noch dafür, dass „die Deutschen“, die bald in genau demselben Ausmaß wie „die Griechen“ gemolken werden, eine eigentlich verständliche Abneigung entwickeln gegen das „verschwenderische und faule Griechenpack“, wie man in manchen Kommentaren bereits lesen kann, und wenn dann endlich alle für die „Griechenlandrettung“ bluten müssen, kann sich niemand mehr daran erinnern, wer das alles in Bewegung gesetzt hatte, um dabei gründlich abzusahnen.


Leider nämlich scheint es in der Natur des Menschen schlechthin zu liegen, den nächst Besten am Kragen zu packen, der einem als Verantwortlicher präsentiert wird – von eben denjenigen, die die tatsächlichen Verursacher sind. Und es scheint ein psychologisches Phänomen zu sein, dass man seine Wut lieber bei dem entlädt, der am wenigsten bedrohlich, und vor allen Dingen auch wirklich (an-)greifbar ist …
Doch mit ein bisschen Realitätssinn kann jeder hinter die zwischenzeitlich doch recht dünne und wackelige Kulisse schauen, die Regisseure und Akteure des „Finanz- und Machtspiels“ extra für uns aufgebaut haben, es muss nur der echte Wunsch vorhanden sein, mehr erfahren zu wollen, als uns gekocht, vorgekaut und sogar vorverdaut wird.

Hier sei ein persönlicher Kommentar erlaubt, ein Zitat aus dem Film „Avatar“, der sehr passend erscheint, wenn man an die doch recht offensichtlich anmutende Spielchen denkt, die unsere politischen und wirtschaftlichen Führer mit allen, und damit ist wirklich jedes einzelne Volk auf diesem Planeten gemeint, treiben:

DIE PISSEN AUF UNS UND SIND NOCH NICHT MAL SO HÖFLICH, 
ES UNS ALS REGEN ZU VERKAUFEN.


Mittwoch, 22. Februar 2012

Die Konsequenzen der EU-Regentschaft in Griechenland

Einführend sei eines ganz klar gesagt: Bislang konnte noch niemand, nicht einmal „die Griechen“ selbst, auch nur ein einziges, logisches und glaubhaftes Argument gegen die Aussage vorbringen, dass der Ursprung der katastrophalen Situation in dem kleinen Mittelmeerstaat sehr viel mit der Miss- und Vetternwirtschaft in sämtlichen Ministerien, sowie mit der unglaublichen Verschwendung öffentlicher Gelder zu tun habe.
Wohin sich Griechenland jedoch derzeit bewegt – genau genommen wird das Volk schlicht und ergreifend zum Absaufen über die Planke seines eigenen Schiffes gejagt – das ist schon lange nicht mehr in der Hand irgendeiner als „griechisch“ zu bezeichnenden Regierung.


Laut einem Eintrag in der Wikipedia gibt es vier Auswanderungsphasen in Griechenland.
Zitat:
"... Migration ist ein beinahe kontinuierlicher Bestandteil der Geschichte der Griechen: Man kann vier Phasen griechischer Auswanderung aus dem Stammland definieren:
  • Die antike Kolonisation des Mittelländischen und Schwarzen Meeres
  • Die Ausbreitung von Griechen im Reich Alexanders des Großen während des Hellenismus
  • Die Verbreitung von Griechen im Territorium des Osmanischen Reiches nach 1453
  • Die Flucht von Gelehrten und Händlern während des Osmanischen Reichs nach Westeuropa
  • Die moderne Auswanderung seit dem 19. Jahrhundert nach Westeuropa und Übersee ..."

Man sollte den Autor des Artikels, der übrigens sehr gut recherchiert ist, vielleicht darauf hinweisen, dass er ihn aktualisieren solle, denn seit dem Herbst 2010 sind die Griechen einmal wieder dabei, zum Arbeiten ins Ausland zu gehen.
 Eigene Recherchen haben ergeben, dass es die Südgriechen mehr in entferntere Länder zu ziehen scheint – u.a. Kanada – während die Nordgriechen als bestes Land um Arbeit zu finden und Aussicht auf ein geregeltes Einkommen zu haben, eindeutig Deutschland den Vorzug geben.

Die privaten Deutschunterrichte in ganz Griechenland erfahren gerade eine regelrechte Blütezeit, jedoch hat jeder Lehrende ein großes Problem zu bewältigen: die Geheimnisse der deutschen Sprache wollen so schnell wie möglich erfahren werden, damit der Termin zum Auswandern innerhalb der kommenden 6 bis 12 Monate festgelegt werden kann, und … es soll möglichst wenig kosten, da viele der Auswanderungsfreudigen über nur noch sehr geringe finanzielle Mittel verfügen.

Es sind viele junge Leute darunter, die keine Chance mehr auf Verbesserung in ihrem Land sehen, und die auch dazu bereit sind, „irgendeine“ Arbeit zu machen, denn „wichtig ist, dass ich überhaupt etwas arbeiten darf“. 
DARF, wohlgemerkt!
Probleme, dass sie nach ihren Universitätsstudien vielleicht eine unqualifizierte Arbeit werden machen müssen, hat keiner der jungen Griechen.
„Ich arbeite auch in einer Cafeteria oder in einem Restaurant“, meinen einige der Studienabgänger des letzten Jahres, die gerade ihr Auswandern nach Deutschland planen und vorbereiten, „hier finde ich nicht mal mehr das, und wenn, dann werden nur 2,50 Euro in der Stunde bezahlt, aber eine Krankenversicherung oder so, die hat man nicht“.

Das stimmt schon nachdenklich, denn wenn man das hochrechnet, dann kommt man bei einem 10-Stunden-Tag auf 25 Euro Lohn. Für mehr als fünf bis sechs Tage in der Woche wird niemand beschäftigt, das macht dann zwischen 500 und 600 Euro Lohn im Monat. Ohne Sozialversicherungen.
Gehen wir mal von einem Schnitt in Höhe von 550 Euro aus, einer Mini-Miete von 100 Euro, dann bleiben noch 450 Euro übrig. Davon sind zwingend Strom und Wasser zu bezahlen, der Rest dürfte sich auf etwa 350 Euro belaufen, wenn man sehr sparsam ist.
Ganz ehrlich: Von 350 Euro im Monat kann man nicht mal leben, wenn weder Auto noch Telefon oder Handy im Haus sind, denn die Lebensmittel in Griechenland sind weit teurer als in Deutschland – und die Preise steigen Woche für Woche.

Es geht hier nicht mehr um die drohende Pleite eines Landes, nein, hier geht es um die persönliche Pleite jedes einzelnen Menschen. Und es geht auch nicht mehr "nur" um die Löhne junger Menschen und Berufseinsteiger - die übrigens um die Hälfte der Arbeitslosen in Hellas ausmachen - sondern um das, was ein Familienvater jeden Monat nach Hause bringt.

Dazu hier ein Bericht des Griechenland-Blog   vom 15.12.2011, der besagt,
Zitat: Griechenland soll zu weiteren 150.000 Entlassungen auf dem öffentlichen Sektor und der Senkung der Mindestlöhne auf dem privaten Sektor auf 450 Euro schreiten.
Am 09.01.2012 wird berichtet,  
Zitat: Der Regierung in Griechenland wurde das Ultimatum gestellt, die Mindestlöhne auf dem privaten Sektor um jeden Preis und mit jedem Mittel zu senken.
 
UM JEDEN PREIS UND MIT JEDEM MITTEL.

Stellt man das in Zusammenhang mit der o.g. Aufrechnung, dann hat man nicht mal mehr die Kraft, den Kopf zu schütteln, und man kann für den Auswanderungswunsch der MENSCHEN hier sicherlich ein gewisses Maß an Verständnis aufbringen.

Deshalb wohl haben die Betreiber des Jacob Jung-Blog eine Online-Petition ins Leben gerufen, die hier eingesehen werden kann: Jacob Jung Blog, Online-Petition
Es sollte unbedingt hier der Hintergrundartikel dazu gelesen werden, der möglicherweise dabei unterstützt, die Gedanken soweit zu klären, dass sie von Propaganda-Nachrichten über Griechenland wenigstens ein klein wenig gereinigt werden. Zumindest wäre es möglich, dass die hier angeführten, vielleicht nicht bekannten Informationen, dem Einzelnen helfen, sich eine wirklich eigene Meinung zu der Lage der Kostas-Normalverbraucher in Hellas bilden zu können.

Im Anschluss sind einige Fotos zu sehen, die am 12.10.2011 in einem Supermarkt am Ort gemacht wurden. Auf die Bitte hin, dass Fotos gemacht werden dürften, die in einem Unterrichtsprojekt für den Vergleich deutscher und griechischer Supermärkte benötigt würden, gab der Inhaber bereitwillig seine Genehmigung dafür.
Anmerkung: Die Preise sind zwischenzeitlich erheblich gestiegen, und , um etwaigen  in diese Richtung gegenden Überlegungen vorzugreifen, außer dem Lidl gibt es kaum Discounter, die mit denen Deutschlands in Angebot und Preisen vergleichbar wären. 

Griechische Butter, 250g: 3,22 Euro

Kinderpudding, 4 x 125g: 2,69 Euro

Griech. Fruchtjoghurt, 2 x 170g: 2,34 Euro

Damenbinden, 24 Stck.: 4,82 Euro

Zahncreme, 75ml: 3,14 Euro


Haferflocken, 500g: 1,98 Euro

Rasierklingen, 5 Stck.: 11,69 Euro

Nesquick, 500g: 3,12 Euro

Kinder Paradiso, 4 Stck.: 2,31 Euro
 / Kinder Pinguin, 4 Stck.: 2,21 Euro

 

Die griechische Krise und Griechenlands Rohstoffe - Teil 2

Einige, nicht allzu intensiv betriebene Nachforschungen haben ergeben, dass Kriton Arsenis am 13. Oktober 2009  beim Europaparlament eine schriftliche Anfrage zu dem Thema
"Bergbauaktivitäten auf dem Berg Giona in der Präfektur Fokida" gestellt hatte.

Der Wortlaut:

In der Präfektur Fokida wird in den geschützten Ökotopen des Berges Giona mit einer Fläche von insgesamt 32 426,82 ha in großem Maße Bauxit abgebaut. Es wird erwartet, dass in unmittelbarer Zukunft mindestens 600 Probebohrungen durchgeführt werden, Presseveröffentlichungen zufolge sogar insgesamt 21 000 Bohrungen. Diese neuen Bohrungen stoßen auf eine Reihe von Widerständen.
Die Ökosysteme der Region sind durch frühere Bergbauaktivitäten (Kahlschläge, Ausgrabungen, Erdbohrungen, Sprengungen) schon erheblich beeinträchtigt worden, die Beseitigung der Schäden hält sich aber in Grenzen, so dass jetzt Befürchtungen wach werden, wenn erneut damit begonnen wird, Genehmigungen zu erteilen.
Darüber hinaus sprechen Organisationen von großen Gefahren für die Oberflächengewässer und das Grundwasser, da die Quellen versiegen. Viele sind der Meinung, dass eine Fortsetzung des Abbaus in dieser Geschwindigkeit dazu führen würde, dass andere Umweltschutzmaßnahmen, die in dieser Region schon ergriffen werden, dadurch jeglichen Wert verlieren.
Vor diesem Hintergrund wird die Kommission gefragt:
Hat sie Kenntnis von Schutz- und Bewirtschaftungsmaßnahmen für die Region gemäß der Richtlinie 92/43/EWG(1)? Hat sie zudem Kenntnis von Sanierungsmaßnahmen zur Wahrung des Charakters der Region?
Weiß sie von speziellen Kriterien, Voraussetzungen und erforderlichen Ausgleichsmaßnahmen und allgemein von den Bestimmungen in Artikel 6 der Richtlinie 92/43/EWG, die bei Verfahren zur Erteilung von Genehmigungen eingehalten werden müssen?
Hat sie Kenntnis von Daten zur Qualität des Wassers im Einzugsgebiet des Flusses Mornos, das mit dem Berg Giona verbunden ist? Kann sie diese Daten zugänglich machen?
Teilt sie die im griechischen Parlament geäußerten Befürchtungen über die Auswirkungen des Abbaus bei diesem Fluss, durch den ein großer Teil Zentralgriechenlands einschließlich Athens mit Wasser versorgt wird?

Nachzulesen im Original ist die Anfrage in mehreren Sprachen auf der  Seite des Europaparlaments .

Hier sind nun zwei Aufnahmen des Berges Giona in Fokida, das bis zur griechischen Verwaltungsreform im Jahr 2010 eine der fünf Präfekturen Zentralgriechenlands gewesen ist:




Nach der entsprechenden Reaktion der Kommission auf die Anfrage wird derzeit noch gesucht, sollte ein Leser Informationen dazu haben, wäre es sehr hilfreich, wenn sie hier gepostet würden, jeder interessierte Leser wäre dafür sicherlich sehr dankbar.
       Vielen Dank.

Die griechische Krise und Griechenlands Rohstoffe - Teil 1

Während man hier damit beschäftigt sind, irgendwie fürs Überleben zu sorgen – und insbesondere bei Familien, deren Ernährer bereits seit über einem Jahr arbeitslos sind, und damit auch keinen Anspruch mehr auf Arbeitslosengeld haben, darf man mit aller Berechtigung tatsächlich von ÜBERleben sprechen – wird wieder einmal die Diskussion um die Rohstoffe Griechenlands geführt.

Über welche Rohstoffe verfügt die Erde dieses kleinen Landes nun eigentlich?

In erster Linie geht es (angeblich) um Gold.

Nein, das ist kein Märchen, wenn man das auch gerne annehmen möchte, sobald dieses geradezu magische Wort auftaucht.
GOLD
Thema in tatsächlich vielen Märchen, erklärtes Zeichen von Reichtum und Macht.

Dass Griechenland über viele Rohstoffe verfügt, die zu fördern aber stets die nötigen Mittel gefehlt hatten, ist vielen Informierten seit vielen Jahren bekannt. Die Betonung liegt auf „gefehlt hatten“, denn mitten in der schwersten Wirtschaftkrise, die das kleine Mittelmehrland nun erlebt, scheinen die Mittel zur Ausbeutung der Bodenschätze ganz plötzlich aufgetaucht zu sein.

Der Hausberg des Landkreises Kilkis, Nordgriechenland, Makedonien, ist der Paiko.
Auf dem wunderschönen, für die Gegend lebenswichtigen Bergrücken: Fauna und Flora des gesamten Gebietes sorgen für extrem sauberes Trinkwasser, das um so wichtiger für die Menschen hier ist, als der Fluss Axios, der durch das ehemalige Jugoslawien fließt bevor er durch Makedonien kommt und an Thessaloniki vorbei im Meer mündet, industriell genutzt wird und dementsprechend verseucht ist. Das ist besonders in den heißen Monaten, in denen er wegen der Trockenheit wenig Wasser mit sich führt, zu sehen und nicht selten auch zu riechen. 
Bereits die Franzosen hatten an diesem Berg Paiko größtes Interesse gezeigt – wegen der Bodenschätze, die er in sich birgt. Unter anderem angeblich auch Gold.

Vor vielen Jahren nun wurde vom Bürgermeister des kleinen Ortes Axioupoli ein Stausee gebaut, der den Bauern die Möglichkeit geben sollte, mit dem aufgefangenen Wasser ihre Felder zu gießen, die in den Sommermonaten nicht selten schlicht ausgetrocknet wären ohne diesen See.

Nun sind findige Köpfe darauf gekommen, dass das Wasser doch viel besser genutzt wäre zum Auswaschen des Gesteins bei der Ausbeutung der Bodenschätze auf dem Paiko.

Die Bevölkerung wurde gelockt mit der Versprechung, es würden beim Aufbau der Fabrik und der Förderung der Bodenschätze Arbeitsplätze geschaffen werden, die gerade in dieser Gegend hier mehr als nur rar sind – es gibt schlicht und ergreifend keine Arbeit mehr.
Außerdem mache das geförderte Gold das Volk reich, was während der schlimmen Krise sicher zur Rettung des Landes betragen könne.

Gott sei Dank war – und ist noch immer – der Widerstand der meisten Mitdenker hier groß, das Projekt „Bodenschätze Paiko“ wurde in den letzten Tagen des Jahres 2011 erst mal auf Eis gelegt. Nur auf Eis gelegt, wohlgemerkt, nicht komplett verworfen!

Doch ein Durchatmen ist den Bewohnern dieser Gegend nicht vergönnt, denn nun dreht es sich um die Bodenschätze in direkter Nähe von Kilkis.

Bevor man nun den etwas naiven Standpunkt einnimmt, die dummen Leute hier sollten sich nicht so haben, schließlich sei das Fördern von Bodenschätzen sicher wirklich die beste Lösung für Griechenland, würde ein Herauskommen aus der Krise bedeuten und den Menschen hier wieder eine Zukunft geben, sollte man sich mit dem Thema der Förderung auseinandersetzen.

Abgesehen von den mannigfaltigen Sprengungen, die riesengroße Krater in die Erde reißen, abgesehen von den Zufahrtsstraßen, die für die Transport-LKWs gebaut werden müssen, also abgesehen davon, dass beim Fördern der Bodenschätze die Natur schon rein äußerlich, also fürs Auge, komplett zerstört wird, sind auf jeden Fall die zum Auswaschen des Gesteins notwendigen Chemikalien zu berücksichtigen.

Um sich ein Bild davon zu machen, wie verheerend sich diese Chemikalien auf die Umwelt auswirken, braucht nur ein kleiner Blick nach Chalkidiki geworfen zu werden, wo im Umkreis der Dörfer Megali Panajia, Palaiochori, Erisos, Neochori, Stratoniki und anderer, die auf dem Berg Kakaro liegen, bereits fleißig gearbeitet wurde.
Nebenbei sei angemerkt, dass sich im Gebiet um diese Dörfer sich auch der bekannte Berg Athos, der durch seine teilweise über 1.000 Jahre alten Klöster zu den UNESCO-Weltkulturerben gehört, und der Berg Cholomontos, der unter dem Schutz das Naturschutzprogramm NATURA 2000 steht, befinden.
Hier ein griechischer Dokumentar-Film der Bewegung Antigold Greece (die Homepage ist leider ausschließlich griechisch, aber die Fotos und Videos sprechen für sich), der Aufschluss über die Situation gibt (ihn mit deutschen Untertiteln zu versehen, ist gerade in Arbeit):



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Am schlimmsten sind die Auswirkungen, die die zum Auslaugen von Gold notwenige Chemikalie CYAN (Cyanwasserstoff) hat – auf die Umwelt, das Grundwasser und letztendlich auf die am Ende dieser Kette stehenden Tiere und Menschen.

Die EU-Gefahrenstoffkennzeichnung für diese Chemikalie ist wie folgt:
HOCHENTZÜNDLICH

SEHR GIFTIG

UMWELTGEFÄHRLICH








Es ist jedoch nichts Neues, dass in Anbetracht der zu erwartenden Gewinne die Zerstörung der Umwelt, und damit logischerweise auch der Lebensqualität für die Menschen, einen eher ignorierbarer Faktor darstellt – wohlgemerkt nur für die Profiteure, zu denen erfahrungsgemäß nicht das Volk zählt.
Und die Frage danach, wie die nächsten Generationen mit den Folgen dieses Umweltverbrechens leben sollen, spielt natürlich auch keine Rolle. Dass die jungen Menschen Griechenlands beruflich keinerlei Zukunftsperspektive mehr haben, reicht offensichtlich noch nicht aus, nun müssen sie sich bereits im Jugendlichenalter mit der Tatsache vertraut machen, dass ihnen das Leben nicht nur im übertragenen Sinne komplett vergiftet wird.

Der Widerstand ist da, aber in Anbetracht der ständigen Kürzungen nicht allzu groß. Die Menschen schein wie paralysiert zu sein, sie sind zu sehr mit der Frage beschäftigt, was und ob sie morgen noch arbeiten werden und wie sie an irgendeine Arbeit herankommen könnten, da ist kaum mehr Raum in den Gedankengängen für ein Aufstehen gegen den „Ausverkauf und die Vergewaltigung“ des Bodens in und um ihre Dörfer.

Wer jedoch noch immer einigermaßen über die Runden kommt, der stellt sich die Frage, wer den Aufbau der Förderfabriken eigentlich tatsächlich finanziert, schließlich balanciert Griechenland ja ständig am Rande des Bankrotts.

Investorennamen zu finden, gestaltet sich als schwierig bis unmöglich, Fragen dazu werden mit einem von einem freundlichen Lächeln begleiteten beantwortet, doch niemand, der sich mit der Materie auseinandersetzt, kann sich vorstellen, dass die Förderung der Bodenschätze Griechenlands ein rein griechisches Projekt sein könnten.
Da bei Untersuchungen des Bodens laut mehrerer Arbeiter plötzlich mit einem Geigerzähler gearbeitet worden ist, dessen Nadel an manchen Probebohrungsstellen heftig ausschlug und damit klar nachwies, dass hier große Mengen an Uran sein müssen, drängt sich der Gedanke auf, dass das zu schürfende Gold vielleicht eher schwarz als goldfarben sein könnte. Und da Griechenland keine Uran verarbeitende Industrie hat, kursieren hier Spekulationen darüber, dass möglicherweise doch mehr genau die ausländischen Investoren hier tätig zu werden beginnen, die das „Pleiteland“ insbesondere laut der Troika und den führenden Köpfen der EU-Regierung so dringend benötige, um wieder auf die Beine zu kommen und endlich seine Gläubiger bedienen zu können.

Es sollen an dieser Stelle sicherlich keine weiteren „Verschwörungstheorien“ um die ausländischen Interessen an Griechenland gezüchtet werden, doch nur wenige, logische Gedankengänge führen jeden „Denkpraktiker“ zwingend in genau eine Richtung – in eine Richtung, die erschreckende Rückschlüsse notwendig macht.
Sollte das Ausbeuten der griechischen Erde gemäß der Pläne der Investoren tatsächlich stattfinden, dann wird man schon bald erfahren dürfen, ob es sich bei diesen Rückschlüssen tatsächlich nur um Fehlgedanken, oder aber um eine traurige Realität handelt. Und sollte das Zweitgenannte der Fall sein, dann ist es für jeglichen Widerstand bereits viel zu spät …

Ein bei einer Aktion in Kilkis vor Ort gedrehtes Video, bei dem klar wird, dass zwar Widerstand herrscht, über den auch im griechischen Fernsehsender "ert3" berichtet worden ist, sich die Anzahl der Teilnehmenden jedoch aus o.g. Gründen in Grenzen hält,  wird in diesen Tagen noch hinzugefügt. 
Interessant ist dabei auch ein Vergleich des im Fernsehen gezeigten Videos, das dem Zuschauer die Teilnahme vieler Demonstranten suggeriert, mit dem privat gedrehten.