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Sonntag, 24. Juni 2012

Erfahrungsbericht zu den „Einsparungen im Gesundheitssystem“


Vor einigen Wochen blieb mir nichts Anderes übrig, das kleine Problemchen am linken Unterschenkel musste nun mal endlich beseitigt werden. Zwei Jahre hatte ich mit Erfolg versucht, mich um den kleinen operativen Eingriff zu drücken, jetzt aber war das so unerträglich geworden, dass es nicht mehr ging. Nicht, dass ich Angst gehabt hätte, aber die Tatsache, dass ich um die Einnahme eines Antibiotikum wohl nicht herumkäme, hatte mich immer wieder abgehalten – ich hasse das Zeug!

Also, rein ins Auto und ins Krankenhaus gefahren.

Es ist gegen 20 Uhr abends, als ich in die Ambulanz geführt werde. Die Schwestern sind supernett, die junge Ärztin kenne ich ja schon.
Die Ambulanz, … hmmm …
Diese Bezeichnung verliert jegliche von mir gewohnte Bedeutung, als ich mich kurz umblicke:
-         Vier Liegen, die durch Vorhänge optisch voneinander abgetrennt werden können. Die zerschlissenen Überzüge, zum Teil aufgerissen, scheinen durch das „Krankenhaus- Zewa-Wisch-und-weg“ hindurch.
-         Ein großes Waschbecken, das an längst vergangene Zeiten erinnert, und bei dem klar wird, das jeglicher Versuch, es zu reinigen, zwangsläufig scheitern muss.
-         Der Wasserhahn über dem Waschbecken tropft leise vor sich hin, jedes Tröpfchen bemüht sich, seinen Weg durch die dicke Kalkschicht zu bahnen.
-         Der große Abfalleimer in der Ecke quillt über, zum Teil drapieren sich mit Blut verschmierte Wundauflagen und Verbände fast schon künstlerisch um ihn herum.
-         Ein uralter, kleiner Schreibtisch, in eine Ecke des großen Raumes hineingequetscht, auf dem ein riesenhaftes Buch liegt. Hier wird jede einzelne Behandlung sowie die Patientendaten per Hand eingetragen, wie ich später feststelle.

Der schreckliche Zustand, so sagt man mir entschuldigend (wohl, weil ich Deutsche bin), rühre daher, dass man seit Jahren mit zu wenig Personal arbeiten müsse. Außerdem kämen viele Mitarbeiter per „Beziehungen“ zu ihrem Arbeitsplatz, und dann könne man sich über deren Arbeitsmoral nicht beschweren, weil man sonst seinen eigenen Arbeitsplatz in Gefahr bringe. 

„Nett“, denke ich.

Man weist mir die Liege am Fenster an. Ich setze mich darauf, nicht ohne vorher kontrolliert zu haben, ob sie auch sauber ist. Ja, das ist sie.
Schuhe und Socken ausziehen, der Chirurg kommt und begutachtet mein kleines Problemchen. „Keine Sache“, meint er, „das haben wir gleich.“

Er weist die Schwester an, das örtliche Betäubungsmittel Xylocain auf eine Spritze aufzuziehen, aber „nicht zuviel davon, wir bekommen in der nächsten Zeit nichts und unser Vorrat ist nicht so groß, wir brauchen ja noch was für die komplizierteren Fälle“.
„Na super“, denke ich, „hoffentlich reicht die Dosis wenigstens, bis ihr mit mir fertig seid …“

Meine junge Ärztin kommt, sie macht gerade ihre Spezialisierung und ich hatte mich einverstanden erklärt, dass sie ihren ersten, ambulant-operativen Eingriff an mir vornehmen darf.

Unter der Anweisung des Chirurgs spritzt sie rund um die Stelle, die entfernt werden soll, das Betäubungsmittel. Während es zu wirken beginnt, erklärt er ihr, wo genau und warum ausgerechnet dort sie die Einschnitte vornehmen soll. Interessant irgendwie.
Sie lächelt mich an. „Angst?“, fragt sie.
Nein, die hab ich eigentlich nicht, ich vertraue den beiden wirklich.

Die Schwester schaut interessiert zu, als die Ärztin unter den strengen Augen des Chirurgen den ersten Einschnitt vornimmt. Ich übrigens auch, es geht ja schließlich um MEIN Bein!

Sie schneidet und … „AUTSCH! Hey, das tut ja extrem weh!“, entfährt es mir.

Der Chirurg gibt die Anweisung, doch noch ein bisserl was von dem Xylocain an mir zu verschwenden – ich werfe ihm einen dankbaren Blick zu.
Ich halte mich ja nicht unbedingt für wehleidig, aber es ist dann doch unterhaltsamer, einen Western zu sehen, in dem sich der mit Whiskey abgefüllte Held einfach mal so eine Kugel rausschneiden lässt, als an sich selbst den Schnitt eines Messers zu fühlen. Ich bin nun mal kein Held, tut mir leid!

Jetzt spüre ich nichts mehr. Ich entspanne mich.

Das zu entfernende Gewebe wird mit einer Pinzette hochgehoben und Schnitt für Schnitt mit einem Skalpell abgelöst. Dass die so großzügig mit meinem Gewebe umgehen würden, hatte ich nicht gedacht, da bleibt ein ziemlich tiefes und breitflächiges Loch.

Der Chirurg tupft immer wieder Blut ab, viel fließt allerdings nicht. Gut so, denn er benutzt immer wieder den gleichen Tupfer.
„Nein, ich brauche keinen weiteren, der reicht, wir haben nicht mehr so viele davon,“ sagt er zur fragenden Schwester, die mit einem steril verpackten Tupfer neben ihm steht. Die Schwester wirft mir einen Blick zu. Täusche ich mich oder sehe ich in ihren Augen so etwas wie ein nicht ausgesprochenes Bedauern? Vielleicht sogar Scham, aber ich bin mir nicht sicher.
Ich lächle ihr mal vorsichtshalber aufmunternd zu, sie kann ja auch nichts für die Zustände hier, außerdem muss man das Zeugs ja nicht verschwenden, geht auch mit dem EINEN Tupfer ganz gut, wie ich feststelle.

„Bring die runde Nadel“, ordnet der Chirurg der Schwester an.
Er zeigt der Ärztin genau, wie sie die große Wunde an meinem Bein nähen soll. Ich schaue interessiert zu, obwohl mir beide sagen, ich solle besser wegsehen, sie befürchten, mir könne schlecht werden. Wird mir aber nicht. „Na, ein kleines bisschen Held bin ich ja vielleicht doch“, grinse ich in mich hinein, „und das sogar ohne Whiskey.“

Das Nähen beginnt.
Die Ärztin hat ihre liebe Not dabei, denn meine Haut ist ziemlich hart an dieser Stelle, sie kann die Nadel bei manchem Stich nur mit Gewalt durchbohren.
Neun Stiche werden es, ganz schön heftig.

„Äh, sorry, dass ich frage, aber ist das da eine Anglerschnur?“ frage ich, als mir auffällt, dass der blaue Faden eindeutig aus Plastik ist.
„Eigentlich nicht“, grinst mich der Chirurg an, „aber man kann ihn schon auch zum Angeln benutzen.“
„Normalerweise“, so sagt mir die junge Ärztin, während sie sich gleichzeitig aufs Verknoten eines Stiches konzentriert, „normalerweise benutzt man Silikonfäden oder Klammern, aber …“
Der Rest ist betretenes Schweigen, aber ich hab schon kapiert.

Fertig.
Das Bein wird eingebunden, nachdem alles mit Betadin abgerieben wurde, natürlich sparsam …

Ich frage noch, ob man nicht mein Krankenbüchlein benötige, aber der Eingriff wird als Notfall in das große Buch auf dem kleinen Schreibtisch eingetragen, 
„… damit du die 5 Euro Eintritt nicht bezahlen musst, wir finden das nicht okay, das ist verfassungswidrig und unsozial.“, wird mir erklärt.

Für die nächsten 8 Tage soll ich den Fuß nicht belasten und mit Krücken laufen, der Verband sollte in der ersten Woche alle 2 – 3 Tage gewechselt werden, damit man sieht, wie sich alles entwickelt, es sei ja doch ganz nett was weg geschnitten worden, sagt man mir. Und ich solle mir keine Sorgen machen, die durchs Nähen aufgeplusterten Stellen würden sich mit dem Ausheilen legen. Gut, dass ich von den Verbandspäckchen, die mein Neffe organisiert hatte, ein paar selbst behalten hab, ich kann mir den Verband also auch selbst wechslen.

Wann ich die Plastikfäden rausbekomme, will ich wissen.
Ich HASSE Plastik, ich benutze keine Plastiktüten und ekle mich vor jeglichen Tupper-Ware-Variationen, egal, welch schöne Farbe die Teile auch haben mögen!

Nach der Information, dass die Fäden auf jeden Fall drei Wochen meine ständigen Begleiter sein werden, „Damit da nichts aufreißt“, verlässt mich der Mut.
DREI WOCHEN – na, das werden wir doch sehen! Ich mache mir meine Salbe aus Sesamöl, Bienenwachs und Kräutern, das zeig ich euch mal, wie schnell das verheilen wird, jawohl!

Keine 10 Minuten nach dem Eingriff steige ich ins Auto. Ich habe etwa 35 Kilometer zu fahren, hoffentlich …
Aber schon nach etwa 10 Kilometern lässt die Betäubung nach.
Verdammt noch mal, die waren offensichtlich echt sparsam mit dem Xylocain, jetzt hab ich den Salat! Auf der anderen Seite, … das wäre doch gelacht, wenn ich das nicht locker hinkriegen würde, war ja nur eine Kleinigkeit, der Eingriff, das packst du schon!

Das Ganze ist jetzt über sechs Wochen her, nach 20 Tagen wurden die Fäden gezogen, der Heilungsprozess ist sehr flott abgelaufen (dank meiner Salbe, denke ich, eingebildet, wei ich bin), obwohl ich das Antibiotikum wegen starker Magenschmerzen schon nach zwei Tagen hatte absetzen müssen. Interessant, dass auch so alles ohne Entzündungen und so verheilt ist …. Die angebrochene Packung habe ich in die Apotheke zurückgebracht, die geben solche Medikamente an Patienten weiter, die kein Geld haben, um dafür zu bezahlen.

Allerdings ist die Spannung durch die große Wunde so stark gewesen, dass der harte Plastikfaden an einer Stelle das Gewebe durchgerissen hat, aber das ist halt ein kleiner Schönheitsfehler an der sonst sauberen, immer weniger sichtbaren Narbe.


FAZIT:
Immer wieder lese ich in diversen Berichten und auch in Leserkommentaren, dass die geplanten Einsparungen im Gesundheitssystem Griechenlands (das eigentlich gar kein System ist und wohl auch niemals war) richtig und auf jeden Fall durchzuführen seien.
Ich bedanke mich recht herzlich dafür, es ist ja immer gut, wenn andere Leute, die „ihren Hintern noch (!) immer hübsch im Warmen haben“ (ich bitte um die etwas harte Formulierung selbstverständlich in aller Form um Verzeihung), so gut beurteilen können, was für jemand anderen erträglich und zumutbar ist.
Wobei ich eins einräumen muss:
Bei mir handelte es sich nur um einen kleinen Eingriff, und wenn ich auch kein Westernheld bin, so ist mir doch einmal mehr klar geworden, dass die Philosophie „Schmerzvermeidung um jeden Preis“ nicht die meine sein kann – weshalb ich auch keinerlei Tabletten gegen die Wundschmerzen eingeworfen hab und … ja, ich lebe noch und es war kein Problem so!
Allerdings denke ich an die wahrhaft großen Gesundheitsprobleme:
Wenn ohnehin kaum mehr eine normale, grundlegende Krankenhausausstattung vorhanden ist, WO UM HIMMELS WILLEN SOLL DENN DANN NOCH EINGESPART WERDEN?!
Sollen also die Kostas und Dimitras Normalverbraucher alle verrecken (wieder Verzeihung), um für die Misswirtschaft in diesem Land aufzukommen?


IN EIGENER SACHE:
 Abschließend erkläre ich an Eides statt, dass jedes Wort in diesem Erfahrungsbericht wahr ist und der Realität entspricht. Dass dieses Beispiel repräsentativ für ganz Griechenland ist, ist mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen, ausgenommen werden sollen an dieser Stelle natürlich die Privatkliniken, die sich der Normalverbraucher jedoch selbstverständlich nicht leisten kann, ebenso fehlen ihm die Beziehungen und das nötige Kleingeld, um ggf. einen "normalsterblichen" Arzt für eine möglicherweise bessere Versorgung bezahlen zu können.

Dass sich an der tragischen Situation nichts ändern wird, ist mit derselben Sicherheit anzunehmen, man kann eher noch mit einer Verschlimmerung der Situation rechnen.

Im Interesse der MENSCHLICHKEIT, die zumindest in dem Rahmen praktiziert werden könnte, dass man den Menschen hier nicht noch mehr „Sparmaßnahmen“ an Körper und Psyche wünscht, erkläre ich mich nicht nur damit einverstanden, dass dieser Bericht Wort für Wort verbreitet werden darf (gerne auch per copy-paste), ich bitte sogar darum.

Natürlich wird das nichts verändern, und Mitleid wollen und brauchen wir hier nicht (!), aber es wäre dennoch wünschenswert, wenn sich der MENSCH vor dem Be- und Verurteilen seiner MITmenschen ein paar eigene Gedanken machen würde.

Außerdem: Wenn es dann auch in anderen Euroländern zum „Sparen im Gesundheitssystem“ kommen wird (was auch mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit anzunehmen ist!), dann hat jeder schon mal eine kleine Vorstellung davon, wie schön das ist, und niemand kann mehr sagen
„Davon, wie schlimm das dort ist, hatte ich ja gar keine Ahnung!“,
wobei es hier gar keine Rolle spielt, um welches Land es sich handelt!


Mittwoch, 20. Juni 2012

Fußball-EM: Deutschland gegen Griechenland

Angela Merkel entzieht sich offensichtlich etwaigen Problemen bei dieser Begegnung und die Frankfurter Allgemeine schreibt hier gar:
"... Für ihren (gemeint ist die griechische Mannschaft) Fußballstil werden sie verlacht, für ihren Einsatzwillen in den schweren Zeiten ihres Landes gelobt. ..."

Ach Leute, gönnen wir uns mal ein Time-out von der Politik, und geben wir statt dessen ein bisschen Raum für ... Humor und freundliche Ironie.


Monty Python hatte im Jahr 1972 seine ganz eigene Vorstellung von einer Begegnung der Griechen und der Deutschen im Fußball, die ich so wunderbar freundlich-ironisch beiden Nationalitäten gegenüber finde, dass ich sie gerne mit so vielen Menschen wie möglich teilen möchte - damit einmal etwas Anderes als nur Politik auf dem Tagesplan steht!!!

Wer dabei wirklich seinen Spaß haben will, der sollte seine Aufmerksamkeit weniger auf die Siegerminute als viel mehr auf das Spiel selbst richten.

GUTE UNTERHALTUNG:

 




Abschließend ein Wort in eigener Sache: 

Ich persönlich bin ein echter Fußball-Muffel, habe keinerlei Ahnung von diesem Spiel und natürlich fehlt mir nicht selten das Verständnis für den Enthusiasmus der Fans dieses Sports.
Dieses Mal jedoch werde ich mir das Spiel mit Sicherheit ansehen, so wie ich es vor auch im Jahr 2004 getan hatte, als Griechenland ganz überraschend Europa-Meister geworden war, und wo ich mich tatsächlich in den allgemeinen Strudel des Zitterns um einen Sieg der Griechen habe hineinziehen lassen. Natürlich auch in die große Freude und das Feiern bis tief in die Nacht.

Als Deutsche, die seit vielen Jahren in Griechenland lebt, sage ich jedoch heute zum ersten Mal mit tiefster innerer Überzeugung:

MÖGE DIESES SPIEL SPANNEND UND FREUNDSCHAFTLICH SEIN UND DIE POLITIK AUSSEN VOR LASSEN.
Und:
MÖGE DIE BESSERE MANNSCHAFT GEWINNEN!

Dienstag, 19. Juni 2012

Prognosen zu Griechenland und ihr Wahrheitsgehalt


- Und keiner soll dann sagen, er habe es nicht gewusst -

 

Nigel Farage, dessen Reden schon fast zum Inbegriff der Philosophie „Ich nenne die Dinge bei ihrem Namen“ geworden sind, hat zum 10. Jahrestag des Euro, eine seiner zwischenzeitlich bekannten Reden gehalten. Warum sie nach fast 3 Jahren hier noch einmal in Erinnerung gebracht werden soll, hat einen Grund: 

Wenn EINER den politischen Weitblick hat, um erkennen zu können, wie sich wirtschaftlich-politische Entscheidungen mit an Sicherheit grenzender Wahrscheinlichkeit auswirken werden, dann ist anzuzweifeln, dass ihn die Entscheidungsträger nicht haben sollen. Und dann MUSS zwingend unterstellt werden, dass genau diese Konsequenzen der ganze Sinn und Zweck derartiger Entscheidungen sind, dass viele Vermutungen schon lange nicht mehr unter die Kategorie „Verschwörungstheorie“ fallen, sondern eher als Logik der „Denkpraktiker“ bezeichnet werden müssen.

Hier also auszugsweise die Rede Nigel Farages, es wird empfohlen, den gesamten Wortlaut unter dem Titel "Januar 2009 - Nigel Farage wird ausgelacht, als er Griechenland-Probleme glasklar prognostiziert" hier nachzulesen, da natürlich aus dem Zusammenhang gerissene Fragmente einer Rede auch den Sinn verfälschen könnten:

„ Meine Damen und Herren,
feiern Sie nur schön den 10. Jahrestag des Euro, denn ich bezweifle sehr, dass Sie seinen 20. feiern werden.
Aber es ist die Situation in Griechenland, auf die wir meiner Meinung nach unsere Aufmerksamkeit richten müssen. Tausende von jungen Leuten gehen auf die Straße, um von ihrer Regierung zu fordern, dass sie etwas tut, dass sie die Zinssätze senkt, die Währung abwertet - doch die griechische Regierung steckt in der Zwangsjacke des Euro fest. Es gibt nichts, was sie tun können, es gibt auch nichts, was eine zukünftig gewählte griechische Regierung tun könnte. Und wenn das Volk nicht mehr die Möglichkeit hat, per Wahlurne seine Zukunft selbst mitzubestimmen, dann, so fürchte ich, wird Gewalt die einzige logische Alternative.“

Und das sagte Nigel Farage im Januar 2009!


Am 16. Februar 2012, also gut drei Jahre später, betont der EU-Parlamentarier noch einmal seine Befürchtung, die Maßnahmen der EU-Kommission, sprich, die schrittweise Zerstörung der Demokratie in ihrem eigenen Geburtsland, werde über kurz oder lang in einem gewaltigen Ausbruch von Widerstand des griechischen Volkes führen, in einer Revolution.

Mit freundlicher Genehmigung der Betreiber von PROPAGANDAFRONT, wo die  Rede auch als Video zu sehen ist, wird diese hier komplett übernommen, vielen Dank an dieser Stelle für das Einverständnis.
(Anmerkung: Wichtig erscheinende Passagen wurden erst hier im Blog fett markiert)


„Gut gemacht [EU-]Kommissar, Sie haben den richtigen Mann ausgewählt!
Die Marionette Papademos ist im Amt und Athen hat Sonntagnachmittag Feuer gefangen. Es verschlug mir den Atem, als er sagte: „Gewalt und Zerstörung haben in einem demokratischen Land keinen Platz.“
Welches demokratische Land? Er ist noch nicht einmal ein demokratisch gewählter Abgeordneter, er wurde von Ihnen hier eingesetzt. Griechenland wird nicht demokratisch regiert, sondern durch eine Troika, durch drei ausländische Vertreter, die über den Athener Flughafen hereinrauschen und den Griechen erklären, was sie zu tun und zu lassen haben.
Die Gewalt und Zerstörung, die Sie am Sonntag sahen, ist direkt darauf zurückzuführen, dass den Menschen ihre demokratischen Rechte weggenommen wurden. Was bleibt ihnen sonst noch! Und ich muss hier einräumen, wenn ich ein Bürger Griechenlands wäre, dann wäre ich auch dort gewesen und hätte den Protesten am Sonntag beigewohnt und versucht, dieser Monstrosität, die diesen Menschen aufgezwungen wird, ein Ende zu bereiten.
Und im Rahmen seiner Bemühungen, also der Bemühungen der Marionette, die Abgeordneten dazu zu bringen, für das Rettungspaket zu stimmen, warnte er sie, dass, täten sie es nicht, es zu einem dramatischen Einbruch des Lebensstandards kommen würde.
Ja hat er denn überhaupt schon mal vor die Tür geschaut? Weiß er von der Tatsache, dass 50% der jungen Menschen in Griechenland bereits arbeitslos sind? Weiß er von der Tatsache, dass die Wirtschaft – fernab davon, sich zu fangen – seit fünf Jahren in Folge schrumpft und sich das Ganze nun in einer Abwärts-Todesspirale mit einer Kontraktion von 7% im Jahr weiter beschleunigt?
Griechenland wird verheizt, und ich glaube, was das Chaos anbelangt, so haben Sie noch überhaupt nichts gesehen!
Diese Politik treibt die Griechen in Richtung einer Revolution. Sie müssen freigelassen werden. Wenn sie die Drachme nicht zurückbekommen, dann werden Sie die Verantwortung für etwas wahrhaft, etwas wahrhaft Entsetzliches zu tragen haben.



Persönlicher Kommentar:
Nicht wenige Aspekte weisen darauf hin, dass Nigel Farage durchaus nicht Unrecht hat mit seiner Behauptung, Beweise können dafür allerdings hier nicht vorgelegt werden.
Sollte es jedoch tatsächlich dazu kommen, dass Kostas Normalverbraucher keine andere Möglichkeit mehr sieht, als sich sein ÜBERleben durch eine Revolution zu sichern, dann schließe ich mich Nigel Farages Worten an „ … wenn ich ein Bürger Griechenlands wäre, dann wäre ich auch dort gewesen und hätte den Protesten am Sonntag beigewohnt und versucht, dieser Monstrosität, die diesen Menschen aufgezwungen wird, ein Ende zu bereiten.“, allerdings mit einem bedeutenden Unterschied:
Ich BIN eine Bürgerin Griechenlands, denn ich lebe hier, und obwohl ich noch meine Miete und das Essen bezahlen kann (das war´s dann aber auch), so erlebe ich doch Tag für Tag, was diese „Monstrosität“ für Auswirkungen hat:
Ich sehe depressive, insbesondere junge Menschen, die gerade ihren Schulabschluss gemacht haben und definitiv keine Gegenwart haben, von einer Zukunft ganz zu schweigen, ich sehe dem Suizid nahe Rentner, die meinen, sie sollten ihrem Leben besser ein Ende machen, damit ihre Rente den Jungen zu Gute käme, ich sehe Familienbetriebe, die einer nach dem anderen schließen müssen, während ein Media Markt oder ein LIDL noch immer Gewinne einfahren, ich sehe ehemalige Geschäftsleute, die nach der Schließung ihrer Läden nichts, aber auch gar nichts mehr haben, ihre Krankenversicherung nicht mehr bezahlen können und ihre Schulden beim Finanzamt nicht bedienen können …

Wer ein bisschen Ahnung von Geschichte hat, die schon immer ausschließlich von der Politik geschrieben worden ist, der sollte einmal an die Französische Revolution denken, deren Folgen sich wie ein Tsunami über ganz Europa ausgebreitet hatten.
Vielleicht meinte Farage genau das mit seinem abschließenden Satz
dann werden Sie die Verantwortung für etwas wahrhaft, etwas wahrhaft Entsetzliches zu tragen haben.“,
und das betone ich hier nicht, um Panik zu verursachen, die Zeit wird es ohnehin schon in Kürze zeigen, denn da den Plänen der Troika auch weiterhin entsprochen werden muss, ist damit zu rechnen, dass es uns in Griechenland auf keinen Fall besser gehen wird.
Während also im Sommer die von sämtlichen Kürzungen und Steuererhöhungen unberührte Elite weiterhin in der Lage sein wird, von Finanzamt und Kostas Normalverbraucher ungestört ihre „schwer verdienten“ Euros in diverse Vergnügungen zu investieren (siehe das Video REICH IM PLEITESTAAT hier im Blog), werden wir uns wohl dem Philosophieren über die Gründe unserer Misere hingeben und erst mal … der Dinge harren, die da kommen mögen …

Monatseinkommen: ??? Euro


Die erpresserischen Methoden unserer großen Regenten, wie zum Beispiel die von so genannten EU-Kommissionen, machen Schule:
Eine führende, wenn auch kleine Supermarktkette in Nordgriechenland, lässt ihre Mitarbeiter Verträge unterschreiben, in denen sie sich mit einer Lohnkürzung einverstanden zu erklären haben.

Kaum verwunderlich, denn wie schon so oft in diesem Blog betont, gibt es in jedem Land dieser Welt „Gute und Böse“, um es einmal sehr sanft auszudrücken, die typisch griechische Bezeichnung für die zweit genannte Kategorie allerdings bekommt auf Griechisch gern mal das Prädikat „Κάθαρμα“ (Katharma) verliehen, was auf Deutsch in etwa mit „Gesindel“ oder „Abschaum“ übersetzt werden kann.


Um das Thema im Einzelnen zu erläutern:

Vor etwa einer Woche unterhielt ich mich mit einer Angestellten des besagten Supermarktes, eine allein erziehende Mutter, Mitte 30, sie heißt Maria.
Maria ist nicht nur Verkäuferin in dem Supermarkt, sie hat gewisse Kompetenzen, die ihr natürlich die Last diverser Verantwortungen übertragen. Eine patente und sehr eigenständige Griechin mit wachem Verstand, so würde ich sie beschreiben.
Sie habe schon immer, ebenso wie ihre Kollegen, für ein an den Arbeitsstunden gemessen recht geringes Einkommen arbeiten müssen, so sagte sie mir, was in ihrem Fall allerdings erst nach den Steuer- und Preiserhöhungen, ganz extrem aber mit der Einführung der so genannten „Sondersteuer für Immobilien“ so richtig zum Problem geworden sei.

Nicht, dass sie ein eigenes Haus hätte, aber ihre Eltern besitzen eins, in dem auch Maria selbst mit ihrer 10-jährigen Tochter wohnt – zugegebener Maßen in einer großen und sehr hübschen Wohnung – die Kürzungen der Renten ihrer beider Elternteile jedoch machen es notwendig, dass Maria das Begleichen dieser Sondersteuer übernimmt, denn die Renten der Eltern reichen dafür schlicht nicht mehr aus.
Irgendwie, so sagte mit die junge Frau, habe sie das geschafft, allerdings sei sie dem Finanzamt zwischenzeitlich einen nicht geringen Steuerbetrag schuldig, den das Finanzamt natürlich verzinst, und sie habe bereits vor einem Monat nicht mehr gewusst, wie es weitergehen solle.

Nun aber kam auch noch ihr Arbeitgeber, der gemeinsam mit seinem Bruder ein paar Supermärkte in der Umgebung betreibt, und er legte allen Angestellten ein Papier vor, in dem sie unterschreiben sollten, dass sie mit einer Lohnkürzung einverstanden seien.
Ein Blanko-Scheck auch für zukünftige Lohnkürzungen, so meinte Maria, sie verstehe die Formulierungen so, dass der Arbeitgeber sich weitere Kürzungen vorbehalte, mit ihrer Unterschrift erklärten sich die Unterzeichnenden bereits im Vorfeld damit einverstanden.

Maria ist eine kleine Kämpfernatur, sie bat darum, das Papier erst einmal von einem Anwalt prüfen lassen zu dürfen, bevor sie es unterschreibe – ein kurzer Augenaufschlag ihres Chefs jedoch genügte ihr, um nicht weiter darauf zu bestehen.

Zwischenzeitlich haben in den anderen Filialen alle Mitarbeiter bis auf eine einzige (!) unterschrieben, laut Maria mit hängenden Köpfen und ausschließlich aus Angst entlassen zu werden, falls sie es nicht täten.
Die einzige Mitarbeiterin, die nach einem Telefonat mit ihrem Ehemann klar und deutlich sagte, sie sei nicht bereit so etwas zu unterschreiben, sie bestehe auf der Gültigkeit ihres ursprünglichen Anstellungsvertrages, bekam laut Maria dann auch tatsächlich bereits am folgenden Tag ihre Entlassungspapiere.
Was Maria letztendlich getan hat, werde ich noch in dieser Woche erfahren, wir wollen uns treffen und ich werde sie darum bitten, mir ein Interview zu dem Thema zu geben.



Persönliche Bemerkung:
 
Es ist nicht weiter verwunderlich, dass sich nun die kleinen Καθάρματα (Katharmata, die Pluralform des Wortes) an dem orientieren, was die großen schon lange machen, und zwar ganz frisch, fromm, fröhlich, frei nach folgendem Motto zu agieren:

ICH SETZE DIR EINFACH MAL DIE PISTOLE AUF DIE BRUST, DU WIRST SCHON ERKENNEN, WO DEIN VORTEIL LIEGT, DENN NACHDEM WIR DICH SO GESCHICKT IN DIE ENGE GETRIEBEN HABEN, HAST DU GAR KEINE ANDERE WAHL ALS DIE, DIE WIR BEREITS FÜR DICH GEPLANT HABEN.

Ja, genau genommen haben Maria und ihre Kollegen ebenso wie alle Marias dieser Welt gar keine Wahl, so wie auch „die Griechen“ weder im Mai noch am 17. Juni eine wirkliche Wahl hatten.

Somit sind Weg und Zukunft des Kostas Normalverbraucher bereits geplant, vorgezeichnet und unabänderlich, denn die so genannte Demokratie beginnt und endet eindeutig an der Wahlurne, womit dieser Ausdruck seiner wahren Bedeutung erst einmal den tatsächlichen Sinn gibt:
Hier wird die Demokratie der Menschen mittels Zettelchen eingeäschert, was man wählt, das ist unterm Strich völlig gleichgültig, Asche zu Asche, Staub zu Staub.
Eine WAHL hat genau genommen weder Maria noch ein Volk (und damit meine ich nicht ausschließlich das griechische, denn es bleibt abzuwarten, wohin alle anderen Länder gesteuert werden sollen!), vielleicht nicht einmal mehr die des geringeren Übels …


Montag, 18. Juni 2012

Welche „Griechenlandtragödie“? Das ist doch eine KOMÖDIE!


Würde der griechische Komödiendichter der Antike, der großartige Aristophanes, noch am Leben sein, dann wäre er sicherlich hoch erfreut und emsig mit dem Verfassen vieler Komödien beschäftigt. Komödien, die ganz gemäß der Tradition seiner Dichtungen die politische Situation, … nein, nicht nur Griechenlands, sondern ganz Europas, vielleicht sogar der ganzen Welt zum Thema hätten.
Um er würde das gemeine Volk dazu aufzufordern, über die Regierenden herzlichst zu lachen, und sie durch seine nicht selten doch recht schmutzige Ausdrucksweise dahin führen, die Lächerlichkeit der Politik und Politiker ebenso zu erkennen, wie auch diejenigen Ziele zutiefst anzuzweifeln, die sie in ihren wundervoll klingenden Wahlreden zum Besten geben.


So ist es doch eigentlich zum Lachen, dass ein Herr Samaras vorhat, „mit den internationalen Kreditgebern über eine Lockerung der Sparauflagen zu verhandeln, um weitere Härten vom griechischen Volk abzuhalten“ (Quelle: Netzticker TV), während doch bereits vorher die EU-Kommission erklärt hat, sie wolle „dem hochverschuldeten Land bei seinen Sparauflagen nicht entgegenkommen“ und parallel dazu meint: „Wir wollen helfen und Griechenland in der Euro-Zone halten. Aber wir haben schon äußerste Flexibilität angewandt gegenüber Athen“ (Quelle: Netzticker TV). Dass die EU-Kommission bereits noch in der Wahlnacht eine entsprechende Erklärung abgegeben hatte, macht Samaras noch eine Ecke lächerlicher.

Aristophanes, um wieder zur Komödie der Antike zurückzukehren, der diesem Land der Steuerbetrüger und vor Faulheit und Fremdenhass strotzenden Bewohner entstammte (man vergebe mir an dieser Stelle meine Ironie, aber langsam bin ich der Berichte im Stil der BILD wirklich müde), schrieb neben vielen anderen auch eine wunderschöne Komödie mit dem Titel Όρνιθες (Ornithes, auf Deutsch: Die Vögel), die erstaunlich viele Parallelen zu der heutigen Situation aufweist.

Genauso aber könnte an dieser Stelle die Komödie Πλούτος (Plutos, auf Deutsch: Reichtum) genannt werden, denn auch sie spiegelt das, was wir heute an widersprüchlichen Aussagen und Aktionen unserer „Regenten“ erleben dürfen, in faszinierender Form wieder – womit bewiesen sein dürfte, dass der Mensch nicht nur in jedem Land dieser Welt derselbe ist, sondern, dass Folgendes auch kaum angezweifelt werden kann:

Sicherlich gab es technologische Entwicklungen noch und nöcher, eine beeindruckender als die vorherige, von den meisten dürften wir „einfache Leute“ nicht einmal eine Ahnung haben. MENSCHLICH gesehen jedoch, also in der eher geistigen und psychischen Entwicklung der Menschheit als Ganzes, scheint sich da nicht sehr viel getan zu haben, nach wie vor regieren Lügen, Betrügereien, Habgier und Herrschsucht die Schicksale der Menschheit.

Nun,
wenn man daran nicht verzweifeln möchte, dann ist man gut beraten, sich einmal eine der Komödien von Aristophanes zu gönnen. Vielleicht schafft man es dann wirklich noch, über diejenigen zu lachen, die ja eigentlich ganz leicht zu durchschauen wären.
Diejenigen jedoch, die sich allzu gern blind machen lassen, die sollte man vielleicht eher beweinen … 

Anmerkung:
Auch, wenn dieses Mal alles in normaler Schriftfarbe geschrieben ist, so handelt es sich hier jedoch selbstverständlich nur um eine persönliche Meinung, die keinerlei Anspruch auf allgemeine Gültigkeit erhebt.
ich persönlich bin der Überzeugung, man sollte wohl generell nicht ganz so leichtgläubig sein, sondern die Errungenschaften der Technik auch für Sinnvolles nutzen, wie zum Beispiel, um Aussagen zu überprüfen, bevor man sie als Tatsachen einfach so akzeptiert.
Es macht nämlich eigentlich sogar Spaß, Gehirn, Denkvermögen und auch Intuition immer wieder mal zu trainieren - es sei denn, man gehört zu denjenigen, die anstatt selbst zu kauen und zu verdauen, sich dann doch lieber einen schon leicht vorverdauten Babybrei einflößen  lassen. Das gilt übrigens auch für alles, was in diesem Blog zu lesen ist, konstruktive Kritik sowie das Berichtigen von etwaig unrichtigen Aussagen, die durch Überprüfen der Sachverhalte auffallen, sind jederzeit willkommen.
In diesem Sinne:
Nichts für Ungut ;-)  aber jedem Interessierten viel Spaß beim ... selbst Kauen und Verdauen.
 

Viele, internationale „Dankeschön“ an die Griechen


Bereits in der vergangenen Nacht gratulierte das Weiße Haus „den Griechen“ zu ihrer Wahl und betonte, der „Verbleib Griechenlands in der Eurozone ist im Interesse von uns allen“.
Quelle: e-typos 

Wolfgang Schäuble erklärte, der Wahlsieg der ND werde von der deutschen Regierung als Entscheidung (Griechenlands) interpretiert, dass die „tiefen Reformen“ im Land weitergeführt werden sollten. Er betonte, dass der Weg Griechenlands weder schnell zu bewältigen, noch einfach sein werde, er sei jedoch notwendig, um dem griechischen Volk eine bessere Zukunft zu geben.
Quelle: e-typos

Bereits in der Wahlnacht gab die WWF bekannt, sie sei „bereit, mit der neuen Regierung zusammenzuarbeiten“.
Quelle: e-typos 

Nach dem Bekanntwerden der Wahlergebnisse zeigte sich ein „positives Klima auf den internationalen Märkten“, der Wert des Euro sei „auf dem höchsten Stand seit dem 22. Mai“, so berichtet in.gr hier.

Hermann van Rompoy und Manuel Baroso „freuten sich über Entschlossenheit der griechischen Bürger“ und gaben die schriftliche Erklärung ab:
Das griechische Volk hat gesprochen. Wir respektieren zutiefst seine demokratische Wahlentscheidung und drücken unsere Hoffnung aus, dass die Ergebnisse dieser Wahl umgehend zu der Bildung einer Regierung führen werden.“
Des Weiteren erklärten die beiden Politiker, sie sähen eine Zusammenarbeit voraus mit der neuen Regierung, und sie unterstrichen, dass sie damit fortfahren werden, „an der Seite Griechenlands als Mitglied der europäischen Familie und der Eurozone zu stehen“.
Quelle: e-typos 



Persönlicher Kommentar:

Viele weitere Dankesbezeugungen für die Wahl „des griechischen Volkes“ bereichern die Nachrichten in Griechenland, schmücken sie mit salbungsvollen Worten und erwecken den Eindruck, als sei das Ansehen des griechischen Volkes in den Augen der internationalen Politik bedeutend gestiegen – ich habe sehr selten derart viele wohlwollende Worte von führenden Politikern hören dürfen, wenn es um die Beurteilung der Wahl eines Volkes geht.

In wie weit die noch vor kurzer Zeit von der internationalen Politik als „faul“ und „uneinsichtig“ bezeichneten Griechen, um nur zwei der viel benutzten Adjektive zu nennen, eine tatsächliche Wahl hatten, das sei dahingestellt und dem logischen Denkvermögen des Einzelnen überlassen.
Dass jedoch das Fallen derjenigen unter den Parteien, die sich ausdrücklich GEGEN ein Weiterführen des Sparkurses ausgesprochen hatte, in direktem Zusammenhang mit der Berichterstattung diverser, mächtiger und einflussreicher Medien stehen könnte, das ist jederzeit logisch überprüfbar.

Dass auch nur eine einzige, politische Entscheidung gefällt werden wird, die Kostas Normalverbraucher zu Gute kommen könnte, das wage ich persönlich zu bezweifeln.
Die einzigen tatsächlichen Gewinner unter den Griechen werden weiterhin diejenigen sein, die nun nicht mehr um ihre Euro-Vermögen fürchten müssen, um ihre Immobilien und Wertpapiere, um ihre schönen, von Kostas Normalverbraucher ungestörten Urlaube auf den teuren Inseln Griechenlands, um ihre Zugehörigkeit zu einer finanziellen Elitegruppe.

Und dabei hege bete ich schon fast darum, dass ich zu viel "Verschwörungstheoretiker" sein möge, und dass mich die Realität eines Besseren belehren wird ... was jedoch auch zutiefst bezweifelt werden kann ...


 
 

Sonntag, 17. Juni 2012

Erstes offizielles Ergebnis der Wahl


Laut in.gr sind in einem Teil Athens bereits 21,48 % der Wählerstimmen gezählt.
Vom offiziell bekannt gegebenen Ergebnis seien hier nur die ersten fünf Parteien genannt:

ND 30,91 %

SYRIZA 25,53 %

PASOK 13,29 %

Unabhängige Griechen 7,36 %

Goldene Morgenröte 6,87 %


Ob sich da sehr viel nach oben oder unten bewegen wird, ob es also zu gravierenden Verschiebungen in der Reihenfolge der ersten Parteien kommen wird, das wird hier von Spezialisten bezweifelt.


Persönliche Anmerkung:
Ob der Ausgang der Wahlen (welcher auch immer es sein wird) auch nur irgendeine POSITIVE Entwicklung bewirken wird in diesem wunderschönen Land, das ich in meinen 13 Jahren hier zu lieben GELERNT habe, das wage ich persönlich anzuzweifeln.
Aber ich räume jeder Möglichkeit ihre Existenzberechtigung ein, vielleicht haben unsere „Regenten“ ja doch alle zusammen ein Einsehen und geben uns Kostas Normalverbrauchern hier wieder Luft zum Atmen.
In diesem Sinne:
Liebe Grüße aus einem nach wie vor wunderbaren und bezaubernden Land mit nach wie vor freundlichen und absolut NICHT „die Deutschen“ verachtenden Bewohnern.


Wahlthriller ...

... so in etwa lässt sich der Titel eines Artikels in der griechischen Zeitung ELEFTHEROS TYPOS zu den Exit Polls auf Deutsch übersetzen.

Die so genannten "Exit Polls" sind gegen 19 Uhr, also nach Schließung der Wahlzentren, bekannt gegeben worden.

Demnach lag die ND bei 27,5 - 30,5 %

gefolgt von der SY.RIS.A. (Tsipras) mit 27,0 - 30,5%.

Die PASOK befand sich bei den exit polls zwischen 10 und 12 %

und die Chrysi Aygi (Goldene Morgenröte) bei 6,0 - 7,5 %.

Quelle: Eleftheros Typos


Wir hier in Griechenland, die wir nicht in einer Großstadt leben, scheinen dem Ausgang der Wahlen mit weniger Aufregung entgegenzusehen, als es in den Städten Athen, Thessaloniki, Patras - um nur einige zu nennen - der Fall zu sein scheint.
Ob das nun daher kommt, dass man in den ländlicheren Gebieten unter weniger Zukunftsängsten zu leiden hätte, oder aber, dass sich hier eine gewisse Lethargie ausgebreitet haben könnte, das wage ich natürlich nicht zu beurteilen.

In jedem Fall aber habe ich heute bei Gesprächen von Spaziergängern, die vor dem Haus vorbeigegangen sind, immer wieder mal den Refrain eines griechischen Liedes aufschnappen können:

Η Ελλάδα ποτέ δεν πεθαίνει - I Elláda poté den pethéni - Griechenland stirbt nie.

Einen persönlichen Kommentar kann und will ich heute nicht abgeben.


Freitag, 15. Juni 2012

Sind wir wirklich alle Griechen?


Vorausschickend sei betont, dass sich der Betreiber dieses Blogs aus gegebenen Gründen keiner politischen Partei zugehörig fühlen kann. Sollten also, wie in diesem Artikel, Aussagen eines Politikers zitiert werden, so ist das als Zustimmung einzig und allein dieser einen Aussage zu verstehen, nicht aber als Sympathiebezeugung gegenüber der Partei!


Im Februar dieses Jahres gab Heike Hänsel von den Linken ein nicht uninteressantes Statement im Deutschen Bundestag ab, das sie mit den Worten beendete:
„Wir sind alle Griechen – Είμαστε όλοι Έλληνες“ (Imaste oli Ellines)
Ihre Rede sei anschließend und kursiv geschrieben auszugsweise zitiert, sie ist der Internetseite der Partei Die Linken entnommen und kann hier im Ganzen eingesehen, sowie hier in Youtube angesehen werden.

„ … Mir ist es wichtig, heute diese persönliche Erklärung abzugeben, weil ich nicht in einen Topf mit der Bild-Zeitung geworfen werden möchte, die ständig gegen die griechische Bevölkerung hetzt. ……. Als der ehemalige Ministerpräsident Papandreou letztes Jahr versucht hat, eine Volksabstimmung über die Kürzungsauflagen zu organisieren, musste er zurücktreten. ……. Bei den jetzt anstehenden Neuwahlen in Griechenland müssen sich alle großen Parteien verpflichten, nach der Wahl das schon beschlossene Kürzungsprogramm umzusetzen. Im Grunde hat die griechische Bevölkerung also gar keine Wahl. ……. Griechenland wurde 1981 in die Europäische Gemeinschaft aufgenommen, um die Demokratie nach der Überwindung der Militärdiktatur zu schützen. Mittlerweile ist die EU selbst zur größten Gefahr für die Demokratie in Griechenland geworden. ……. Die griechische Bevölkerung verarmt vor unseren Augen von Monat zu Monat mehr, ……. Ich habe großen Respekt vor den Menschen, die dort auf die Straße gehen, zum Beispiel auch der international bekannte Komponist Mikis Theodorakis, der sich noch mit über 86 Jahren auf den Syntagma-Platz setzt, um für die Demokratie zu demonstrieren, für die er während der Diktatur in Griechenland eingestanden ist. ……. Wir sind alle Griechen - Imaste oli Ellines!“

Dieser letzte Satz, „Wir sind alle Griechen“, hat meine Aufmerksamkeit erregt.
Im Anbetracht dessen, dass Slogans immer gern von Parteien benutzt werden, um sich neuer Anhänger zu versichern – schließlich bleiben die ja auch am besten in der Erinnerung hängen, wie die Slogans um „die faulen Griechen“ beweisen – sollte man natürlich mit solchen Aussagen erst einmal vorsichtig umgehen.
Allerdings fiel auf, dass man dieser offensichtlichen Solidaritätsbekundung Heike Hänsels einen ganz anderen Sinn geben könnte, wenn man sich einmal die Mühe gibt, die wirtschaftlich-politischen Gegebenheiten (in diesem Fall sind speziell die Steuersysteme gemeint), der Länder Deutschland und Griechenland einander gegenüber zu stellen, insbesondere im Zusammenhang mit den so genannten „Reichen“ der jeweiligen Länder.

Es ist ja durch alle Medien gegangen, wie unfähig (oder unwillig?) die griechische Politik offensichtlich im Besteuern der Einkommen der Reichen des Landes zu sein scheint. Dabei wurde immer wieder impliziert – und das wird auch klar bei nicht wenigen Leserkommentaren diesbezüglicher Berichte – dass das nur in Griechenland der Fall sei, nicht aber zum Beispiel in Deutschland.

Unlogisch irgendwie, so schien es mir, also machte ich mich auf die Suche nach etwaigen Hinweisen darauf, dass möglicherweise die so genannten „Reichen“, also die Kapitalhalter, in jedem Land der Welt einen gewissen „legalen Steuerschutz“ genießen könnten, sind sie doch ganz unumstritten und nachweisbar die wichtigsten Organe wenn es darum geht, politische Parteien zu unterstützen und zu fördern, oder aber, sie „in der Versenkung verschwinden zu lassen“.

„Wir sind alle Griechen“,
diese Aussage erscheint in einem ganz neuen, nicht uninteressanten Licht wenn man sich einmal zwei Berichte ansieht, der eine von REPORT MAINZ mit dem Titel „Reich im Pleitestaat“, woraus klar hervorgeht, dass es sich um Griechenland handelt, der andere mit dem Titel „Nur Dumme zahlen Steuern“ von Frontal 21, wobei es sich um einen Bericht um die Gegebenheiten in Deutschland handelt.

Bevor eine ganz persönliche Stellungnahme abgegeben wird, soll jeder die Möglichkeit haben, sich erst die Berichte anzusehen, um sich eine EIGENE Meinung zu bilden, es soll auf keinen Fall der Eindruck erweckt werden, dass hier die Absicht besteht, eine bestimmte Ansicht zu implizieren. So kann jeder Leser die wie immer am Ende eines Artikels orange abgedruckte persönliche Meinung einfach ignorieren und nicht zur Kenntnis nehmen, um seinen eigenen Gedankengängen und Schlussfolgerungen völlig unbeeinflusst von den Ansichten einer anderen Person die Möglichkeit zu geben, sich zu bilden und zu entwickeln.

 
REPORT MAINZ - Reich im Pleitestaat


video 
Frontal 21 - Nur Dumme zahlen Steuern
Dieses Video ebenso einzubetten wie das obige war mir leider wieder einmal nicht möglich, hier der Link, der zur entsprechenden Quelle in Youtube führt: http://www.youtube.com/watch?v=ISTI1ivAMYI&feature=related




Persönliche Meinung:

   Ich selbst gehöre nicht zu einer als "reich" zu bezeichneten Gesellschaftsschicht, und ich wage zu behaupten, dass ich mich nicht unbedingt dazu zählen können möchte, die Gründe dafür hier zu nennen, würde jedoch zu weit führen - das jedoch nebenbei.

   Tatsächlich faszinierend war für mich, dass ich eine meiner inneren, festen Überzeugungen bestätigt fand, nämlich, dass in jedem Land dieser Welt eben immer nur MENSCHEN leben. Menschen mit den gleichen Schwächen, Stärken, Wünschen, Vorstellungen, Ängsten, etc., und auch Politiker sind eben nur Menschen.
   Die auf den Landkarten gezogenen Grenzen, die unsere Unterschiedlichkeit ebenso unterstreichen wie die Macht- und Gebietsansprüche der jeweiligen Bewohner und Regierenden eines Landes, existieren nur in unseren Köpfen, in unserer Vorstellung. Denn, wenn wir auch noch so verschieden sind in unseren Sprachen, Mentalitäten und Traditionen, um nur einige wenige Aspekte zu nennen, so ist uns allen doch eines ganz offensichtlich gemeinsam:
    Wir werden regiert von Menschen gleichen „Kalibers“ und ähnlichen bis einander absolut entsprechenden Handlungsweisen, und dabei spielt es keine Rolle, ob wir sie in demokratischen Systemen gewählt, oder aber, ob sie sich selbst zu den uns Regierenden ernannt haben. 

   Unter dem Strich zeigt sich, dass jedes politische System den Regeln der Regierenden gehorcht - ich möchte an dieser Stelle noch einmal auf die Aussage Angela Merkels hinweisen, die bei einer Rede unterstrich, man könne nicht erwarten, dass die vor der Wahl gemachten Versprechungen auch nach der Wahl noch Gültigkeit hätten (siehe hier) – offensichtlich also selbst das der Demokratie, und dass überall letztendlich im Sinne „der Reichen“, um einmal bei diesem Stereotyp zu bleiben, entschieden und gehandelt wird, wozu ja sicherlich auch unsere Politiker zählen.
  Selbstverständlich wird an dieser Stelle eingeräumt, dass es auch in dieser Gesellschaftsschicht sicherlich Ausnahmen gibt, also wohlhabende Zeitgenossen, die nicht nur ihre Steuern entrichten, sondern auch einen Anteil ihres Kapitals zur Unterstützung der nicht so Privilegierten nutzen, man sollte auch in dieser Gesellschaftsschicht keinen Raum für sozialen Rassismus schaffen! Legt man dieser Überlegung jedoch zu Grunde, dass es laut des Berichts, der die in Deutschland lebenden Millionäre betrifft, gerade mal 23 Millionäre sind, die dazu bereit sind, ihrem Einkommen entsprechende Abgaben zu entrichten, dann ist das ein verschwindend geringer Prozentsatz – was aber natürlich diese, sich für mehr soziale Gerechtigkeit Einsetzenden, um so mehr ehrt.

   Summa summarum bleibt zu diesen beiden Berichten meines Erachtens nur eins zu sagen:
WIR SIND ALLE GRIECHEN, und ich stelle sogar noch ganz frech die Theorie auf, dass sich das sicherlich in den kommenden Jahren auch in Deutschland ähnlich auf die Bevölkerung auswirken und klar zum Ausdruck kommen wird, wie es das in Griechenland schon lange der Fall ist. Selbstverständlich aber, ebenso wie hier, nur auf den Otto Normalverbraucher, wie in Hellas auf den Kostas Normalverbraucher.
   
    Dass dann aber die Politik für die Bildung der öffentlichen Meinung umgehend Sorge tragen wird, dass nämlich der einzige, letztendlich Verantwortliche für die unter Umständen sich verschlechternde Situation in Deutschland nur der Kostas sein kann, der griechische Normalverbraucher, der fett, faul und gefräßig sämtliche „Hilfspakete“ Deutschlands bereitwillig angenommen und verprasst hat, dieser Gedanke drängt sich als logische Folgerung der Entwicklungen der letzten Jahre dann doch geradezu auf.
   
   Warten wir es einfach ab, die Zeit wird zeigen, ob ich mich mit meiner persönlichen Ansicht vollkommen auf dem Holzweg befinde, oder aber, ob meine logischen Gedankengänge sowie meine Intuition, wenn ich das so formulieren darf, gar nicht so falsch sind …


Mittwoch, 13. Juni 2012

Recherche: Zählung griechischer Euro-Scheine


Immer wieder hörte und las man in den ersten Jahren nach der Einführung des Euro, dass um die Kennzeichnung der Euro-Scheine eine gewisse Verwirrung zu herrschen schien, dass man sich nicht so ganz sicher war, ob es nun feststellbar sei, aus welchem Land der EWU ein Euroschein stamme, oder aber nicht. Mittlerweile jedoch scheint sich das Ganze aufgeklärt zu haben, es ist zwischenzeitlich jedem Interessierten klar, dass die Scheine natürlich eine entsprechende Kennung aufweisen, die angibt, welchem Mitgliedsland der Europäischen Währungsunion der jeweilige Geldschein zuzuordnen ist.

So ist zwischenzeitlich auch sicherlich bekannt, dass die Europäische Zentralbank EZB in ihrer von den Banken ausgegebenen Informationsbroschüre der Euro. UNSER Geld vom September 2002, zwar bekannt gab:
„ … Während die Banknoten in allen zwölf Ländern des Euroraums identisch sind, haben die Münzen neben einer gemeinsamen Vorderseite eine nationale Rückseite. …“,
sich jedoch in ihrer Internetseite ganz überraschend selbst widerspricht – der Begriff von „identisch“ ist im deutschen Sprachgebrauch nun einmal ganz klar definiert -  und erklärt, dass die Banknoten eben doch nicht im tatsächlichen Sinn des Wortes identisch seien:
„ … Ländercodes
Anhand des Buchstabens bzw. Ländercodes vor der Seriennummer kann man erkennen, welche Zentralbank den Druck einer Banknote in Auftrag gegeben hat (siehe nachfolgende Abbildung); allerdings gibt der Code nicht zwangsläufig Auskunft darüber, in welchem Land die Banknote gedruckt wurde. …“

In welchem Land ein Euroschein tatsächlich gedruckt wurde, darüber gibt die Vorderseite der Scheine Auskunft (bitte hier klicken, um zur Quelle zu gelangen und zu checken, in welchem Land eine Banknote gedruckt wurde), manche Mitgliedsländer der Eurozone verfügten schlicht nicht über die nötige Kapazität, alle Scheine selbst und im eigenen Land drucken zu können. Man benötigt allerdings eine Lupe, um die entsprechende Kennung ausmachen zu können, sie besteht aus einer winzigen Zahlen-Buchstaben-Kombination und ist an folgenden Platzierungen zu finden:
- Bei den 5-Euro-Scheinen im grauen Randbereich der Banknote, einen Zentimeter über dem Aufdruck „5 EURO“.
- Bei den 10-Euro-Scheinen am linken Rand des orangefarbenen Streifens, vom linken Stern diagonal etwa 0,5 cm nach oben.
- Bei den 20-Euro-Scheinen in einem der Sterne, die sich um den angedeuteten Bogen entlang ziehen.
- Bei den 50-Euro-Scheinen rechts, in dem orangefarbenen Bereich über dem Spezialfolien-Element.
Auch bei den anderen Scheinen kann mittels einer Lupe diese Kennung leicht gefunden werden.

Rein aus persönlichem Interesse und in Erinnerung daran, dass bereits im vergangenen Jahr in diversen Blogs, unter anderem hier, über dieses Thema berichtet worden ist, habe ich eine kleine Überprüfung der in unserem Ort befindlichen Euroscheine begonnen.
Das Ergebnis hat selbstverständlich rein statistischen Wert, denn die Recherche darüber, aus welchen Ländern die hier zirkulierenden Euroscheine stammen, hatte sich über 6 Tage hingezogen, sicherlich sind während dieser Zeit nicht wenige Scheine mehrfach gezählt worden.
Auch darüber, warum es zu diesem Ergebnis gekommen ist, soll an dieser Stelle nicht spekuliert werden, den bereitwillig ihre Euroscheine zählenden Griechen – Geschäftsleute wie Privatmenschen – fielen dabei die schlichtesten bis abenteuerlichsten Erklärungen ein. Allerdings waren nahezu alle extrem überrascht zu erfahren, dass es eben NICHT nur die Münzen sind, die über ihr Herkunftsland Auskunft geben, das war den wenigsten bereits bekannt.

Insgesamt sind in einem Zeitraum von 6 Tagen 742 Banknoten erfasst worden.

Malta, Slowenien und die Slowakei waren mit unter einem Prozent vertreten, hier fanden sich nur vereinzelt Euro-Banknoten.
Finnland, Portugal, Österreich, Irland, Belgien und Spanien fallen mit insgesamt 8,87 % ebenfalls kaum ins Gewicht.

Bei den folgenden Ländern ist eine Einzelnennung nicht uninteressant, da die aus ihnen stammenden Euro-Banknoten häufiger vertreten waren:
-         Frankreich: 9,93 %
-         Italien: 10,29 %
-         Griechenland: 12,93 %
-         Holland: 18,23 %
-         Deutschland: 39,75 %

Die Aufsplittung der gezählten Scheine beim Spitzenvertreter Deutschland ergibt folgendes Ergebnis:
5-Euro-Scheine: 22 Stück
10-Euro-Scheine: 43 Stück
20-Euro-Scheine: 34 Stück
50-Euro-Scheine: 193 Stück
100-Euro-Scheine: 3 Stück

Dazu im Vergleich die griechischen Scheine im Detail:
5-Euro-Scheine: 0 Stück
10-Euro-Scheine: 38 Stück
20-Euro-Scheine: 58 Stück
50-Euro-Scheine: 0 Stück
100-Euro-Scheine: 0 Stück

Eine 80-jährige Griechin, die gestern das von ihr Gesparte für ihre Enkeltochter von der Εθνική Τράπεζα (Ethiniki Trapeza – Griechische Nationalbank) abgehoben hat – es handelte sich um 1.000 Euro, die die Frau seit der Geburt ihres Enkekindes im Laufe von 14 Jahren zusammengespart hatte – und dem Mädchen das Geld mit den Worten: „Eigentlich wollte ich noch mehr zusammensparen, damit du ein bisschen Geld für dein Studium hast. Es ist aber besser, wenn ich es dir vor der Wahl gebe, gib es am besten aus und kauf dir was dafür, solange du noch etwas dafür bekommst“, ließ mich die 20 Banknoten - alles 50-Euro-Scheine - die sie am Bankschalter ausgezahlt bekommen hatte, überprüfen.
Ich fand dabei
1 Banknote aus Holland,
2 Banknoten aus Italien,
3 Banknoten aus Belgien,
14 Banknoten aus Deutschland,
eine griechische Banknote war nicht darunter.

Wie bereits oben ausdrücklich betont, ist diese Statistik ganz sicher nicht repräsentativ für ganz Griechenland, außerdem ist ihre Aussagekraft sicherlich anzuzweifeln, ganz gleich, welche Konsequenzen man daraus ziehen mag. Ursprünglich ist sie auch aus rein persönlichem Interesse gemacht worden, die Veröffentlichung in diesem Blog hat auf keinen Fall zum Ziel, irgendwelche Überlegungen zu implizieren. Dennoch erlaube ich mir, wie meistens, eine


Persönliche Anmerkung:

Zunächst fiel mir bei der Auswertung der kleinen Recherche auf, dass kein einziger griechischer 100-Euro-Schein auftauchte, allerdings waren die ohnehin nur vier Mal vertreten, 3 aus Deutschland und einer aus Italien. Bei der momentanen Lage in Griechenland ist es ja außerdem nicht weiter verwunderlich, dass kaum mehr jemand einen grünen Schein im Geldbeutel herumträgt, das dürfte auch in den anderen Euro-Ländern eher selten vorkommen.

Dass aber die griechischen Euroscheine insgesamt so selten auftauchten, und vor allem, dass bei 742 geprüften Scheinen kein einiger griechischer 50-Euro-Schein auftauchte, das wunderte mich dann doch.

Einige der Teilnehmenden meinten nach der Bekanntgabe des Ergebnisses, die Anzahl der deutschen Scheine sei durch die erhaltenen Kredite zu erklären, andere wiederum vertraten die Ansicht, es seien doch keine Geldscheine per Post nach Griechenland geschickt worden, bei den Krediten handle es sich lediglich um virtuelles, am Computer gebuchtes „Spielgeld“.
Auch kam hin und wieder die mit etwas Angst unterlegte Frage: „Du bist doch Deutsche, glaubst du, dass die unsere Euroscheine schon einziehen, weil wir so oder so aus der Eurozone fliegen?“, worauf ich natürlich keine Antwort geben konnte, denn genau genommen kann ich mir keine Meinung bilden, alles sind nur reine Vermutungen, und wilde Spekulationen sollte man bekanntlich besser für sich behalten, um keine weiteren Ängste, Unsicherheiten oder gar Panik auszulösen. 
Nach den Wahlen am kommenden Sonntag wird sich ohnehin sicherlich so einiges aufklären, sich so manche logische Antwort auf so manches „Rätsel“ ganz von selbst ergeben.

Die meisten an dieser kleinen Recherche Teilnehmenden jedoch haben ihre eigenen Konsequenzen aus dem Ergebnis gezogen, ganz gleich, welche Erklärung sie für möglich und logisch hielten:
Sie legten die deutschen Euro-Banknoten erst mal auf die Seite und meinten, sie werden sich bemühen, alle anderen, möglichst aber nicht die deutschen Scheine auszugeben.
Nur für den Fall, dass …..

HINWEIS:
ICH WURDE FREUNDLICHST DARAUF HINGEWIESEN, DASS DAS ANKLICKEN DER OBEN GESETZTEN LINKS  ZU EINEM 404-FEHLER FÜHRT.
WÄHREND DES SETZENS DER LINKS, DIE ZUR EZB FÜHREN SOLLTEN, HATTE ES KEINE PROBLEME GEGEBEN, ICH BITTE UM ENTSCHULDIGUNG.
WER SICH ALSO DER RICHTIGKEIT MEINER ANGABEN VERSICHERN MÖCHTE, KANN DAS LEIDER NICHT ÜBER DIE GESETZTEN LINKS MACHEN. 
BITTE IN DER SUCHMASCHINE EINGEBEN:
EZB DER EURO UNSER GELD, WAS ZU DEM ENTSPRECHENDEN PDF FÜHRT,
UND
EZB EURO LÄNDERCODES, WO DIE ENTSPRECHENDE SEITE DER EZB GENANNT WIRD.